Interview: Jetzt redet der Firstload-Chef

"Das sind im Endeffekt Einzelfälle"

netzwelt: Das ist die eine Möglichkeit. Verdächtig ist nur, dass Persolvo schon wieder in einen Fall verwickelt ist, in der von Unbeteiligten versucht wird, zu kassieren. Reichlich suspekt oder?
Valentin F.: Wenn man jetzt den Ruf Persolvos betrachtet, war das nicht so wirklich intelligent. Dennoch arbeiten wir sehr gut mit Persolvo zusammen und ich kann garantieren, dass bei uns keine unberechtigten Forderungen entstehen und verfolgt werden - außer natürlich in Betrugsfällen.
netzwelt: Herr F., mal Hand aufs Herz. All die Beschwerden: alles nur bedauerliche Einzelfälle?
Valentin F.: Das sind im Endeffekt Einzelfälle, die in der Summe eine große Zahl zusammen ergeben. Relativ jedoch zur Zahl der über 100.000 Anmeldungen.

netzwelt: Fragwürdig. Ein Blick auf Ihre Vorgeschichte legt den Schluss nahe, dass diese Art, mit Kunden umzugehen, Methode hat. Sie werben groß - und am Ende stolpern die Kunden mitten in irgendeine Falle. Bei Ihren Vorprojekten gameorado, wunschspiel, tvshow und probenexpress hagelte es doch auch immer wieder ähnliche Beschwerden. Auf einen Nenner gebracht: Warum werben Sie stets mit Dingen, die Sie in Wahrheit gar nicht garantieren können?
Valentin F.: Das, was ich bewerbe, kann ich auch garantieren. Bei Wunschspiel und Gameorado werden doch Spiele verschickt. Das Spiel für einen Euro erhält der Kunde doch auch. Wir haben auch genug zufriedene Kunden zu Wunschspiel und Gameorado. So ist es ja nicht.

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netzwelt: Dennoch haben Sie bei all diesen Projekten eine hohe Zahl an Unzufriedenen, die über Lug und Trug klagen. Nehmen wir Ihr Projekt tvshow und Pfarrer Fliege. Sie warben auf der Seite für Studioplätze obwohl gar keine Geschäftsbeziehung zwischen Ihnen und Fliege bestand.
Valentin F.: Ja, aber sie werden keinen einzigen Kunden finden, der bei uns bezahlt hat. TVshow ging eigentlich nie in Produktion. Es war ein Teststart, zu prüfen, wie interessant das Produkt für Kunden ist.

netzwelt: Können Sie den Ärger der Leute verstehen, wenn sie sich von ihnen abgezockt fühlen?
Valentin F.: Teilweise auf jeden Fall. Betreffend Firstload sowieso, weil wir da wirklich Fehler gemacht haben. Betreffend Probenexpress natürlich auch.
netzwelt: Warum bieten Sie dann kein Produkt an, bei dem ich den Haken nicht in den AGB oder irgendwelchen Unterseiten suchen muss?
Valentin F.: Bei Probenexpress ist immer die Rede davon, dass wir nur eintragen. Das wird offen kommuniziert.

netzwelt: Wie kommt es dann, dass Kunden zahlen und nicht wirklich eine Probe erhalten.
Valentin F.: Ich bezweifele, dass die Kunden tatsächlich nicht eine Probe erhalten, sondern, dass sie eher nur wenige Proben erhalten und darüber erzürnt sind. Ich gebe wie gesagt zu, dass wir da wirklich überlastet waren.
netzwelt: Beschwerden und Anzeigen en masse: Werden Sie Probenexpress jetzt einstellen?
Valentin F.: Probenexpress wird im Laufe der nächsten Woche bezüglich der Neubestellungen gestoppt. Natürlich werden wir die laufenden Kunden weiter bearbeiten. Neubestellungen werden wir aber nicht mehr annehmen, da zum jetzigen Punkt für mich nicht mehr vertretbar.

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