Valentin F. im Kreuzfeuer der Kritik
Interview: Jetzt redet der Firstload-Chef
Filesharing
"Ich möchte mich entschuldigen!" - Firstload-Chef Valentin F. über massive Fehler bei seinen Projekten. Über Drohungen, Geld, Moral und ein Versprechen. Letztendlich haben wir ihn doch noch erreicht. Er hat unsere Fragen am Telefon beantwortet. Wie, das lesen Sie hier...
netzwelt: Herr F.: In zahlreichen Foren beschimpft und schmäht man Sie als XXX. Wie fühlen Sie sich dabei?
Valentin F.: Persönlich verletzt. Weil es kein Gerichtsurteil gibt, dass ich ein XXX bin. Verletzt vor allem, weil ich auch sehr viel Herzblut in meine Projekte stecke. Ich wirke selbst am firstload-Client mit, bin sogar selber Beta-Tester.
netzwelt: Einige Aufgebrachte drohen jetzt, Sie persönlich aufzusuchen. "Kill F." ist zurzeit die wohl härteste Parole. Können Sie noch ruhig schlafen?
Valentin F.: Mir ist das sehr wohl bekannt. Aber ich nehme solche Drohungen eigentlich nicht sehr ernst.
netzwelt: Würden Sie gegen so was auch rechtlich vorgehen?
Valentin F.: Die Hemmschwelle zu rechtlichen Schritten ist bei mir langsam schon erreicht. Trotzdem möchte ich zurzeit versuchen, durch Verbesserungen des Supports meiner Produkte meinen Namen wieder ins positive Licht zu rücken. Also nicht mit Anwälten und Strafanzeigen hantieren, sondern eher auf Support-Seite Besserung erzielen.
"Firstload: Eine positive Dramaturgie"
netzwelt: Erklären Sie uns die Wut der Kunden. Was ist passiert?
Valentin F.: Im Fall Firstload ist das eher eine positive Dramaturgie. Es ist immer schön, wenn man als Unternehmer mit ansieht, wie die Firma und die Kundenanzahl wachsen, wie das Produkt floriert. In dem Fall war das bei weitem über unseren Vorstellungen. Wir sind binnen zwei Monaten von vier auf über 20 Mitarbeiter gewachsen. Dennoch reicht dies bis heute noch nicht aus, alle Kunden korrekt zu bearbeiten. Wir müssten E-Mails binnen 24 Stunden beantworten und Anrufer maximal zwei bis drei Minuten in der Warteschleife belassen - und nicht so wie jetzt zum Teil über eine halbe Stunde. Wir stellen laufend Leute ein, sind jetzt auf einem Stand von 7 Support-Mitarbeitern, werden insgesamt 10 benötigen.
netzwelt: Wie viele Anmeldungen erreichen Firstload täglich?
Valentin F.: Weißt ich nicht genau. Inzwischen haben wir über 100.000 Anmeldungen binnen vier Monaten.
netzwelt: Wie viele E-Mails müssen diese sieben Support-Mitarbeiter täglich bearbeiten?
Valentin F.: Täglich kommen um die 1.200 Mails herein.
netzwelt: Sie sagen also, das Personal Ihrer Firma wurde dem Ansturm der Kunden nicht mehr Herr?
Valentin F.: Bei weitem nicht. Derzeit läuft es zwar besser, jedoch müssen wir noch den Rückstand von damals aufarbeiten.
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