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16.08.2005
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Umtriebiger Österreicher neppt Filesharer

Firstload.de: Die Abo-Masche aus dem Alpenland

Filesharing

Geködert. Geklickt. Gezockt. - In Deutschland tobt das Netz. Und in Wien klingeln die Kassen. Grund: Ein dubioses Filesharing-Programm, das kostenloses Testen verspricht - und damit immer mehr Nutzer in die teure Abo-Falle lockt. Firstload.de und die "Geldmaschine Internet" - der neuste Coup eines umtriebigen Österreichers auf virtuellem Beutezug.

"Plötzlich bemerkte ich, dass Firstload von meinem Konto 84 Euro abgebucht hatte. Und dabei bestand doch gar kein Vertrag. - Ich bin Schülerin, das ist für mich ein Riesenbetrag." - Wie viele andere kam auch Jana R. in diesen Tagen an der Firstload-Reklame im Internet nicht vorbei. Unzählige Internetseiten, Google und sogar diverse P2P-Programme werben für den neuartigen Filesharing-Client. "Schnell, unkompliziert und vollkommen anonym" sei hier der Download - ganz im Gegensatz zu "Tauschbörsen wie Kazaa, eDonkey/eMule oder Bittorrent". "Maximaler Speed, maximale Sicherheit, maximale Auswahl" - so der Slogan. Wer hier herunterlädt, sei "mit Sicherheit verbunden."

Firstload.de: Das Geschäft mit der Filesharer-Angst

Anonym und schnell - die zwei Schlagworte treffen den Nerv fast jedes Filesharers. Nach den jüngsten Schauprozessen der Musikindustrie gegen Urheberrechts-Piraten geht die Angst um in der P2P-Szene. Und gerade diese Angst lässt sich Firstload vergolden. Denn der reguläre Zugang ist nicht kostenlos - bis zu 19,90 Euro pro Monat will das virtuelle Bezahl-P2P vom Nutzer haben.

Die neue Filesharing-Welt - sie könnte so schön sein. Doch der Werbeschwemme im Internet folgt eine Welle der Entrüstung. In zahlreichen Foren häufen sich die Beschwerden. Nicht über das Produkt an sich - sondern über die Art und Weise, wie Firstload-Chef Valentin F. (22, aus Wien) es an den Mann zu bringen versucht. Denn der bewirbt seinen Client vor allem mit einem 14tägigen, kostenlosen Testzugang - ein Gigabyte Download-Volumen inklusive. Geiz ist geil - und wo es etwas umsonst gibt, schnappt der Deutsche gemeinhin zu. Sie kommen in Scharen zu Firstload - und fallen reihenweise auf die Nase.

Rechtlich unangreifbar: Die AGB-Falle

Denn der Teufel steckt einmal mehr im Detail, sprich in den AGB. Was der schöne Valentino in der Startseiten-Werbung seinen "Testern" nicht verrät: Kündigt der Kunde binnen der 14tägigen Testphase nicht, hat er ein kostenpflichtiges Jahresabo an der Backe - der Mitgliedsbeitrag von 94 Euro ist dann sofort zu zahlen. Selbst Schuld, da zu blöd zum Lesen, mögen die Neunmalklugen jetzt höhnen. Damit ist Firstload rein rechtlich auf der sicheren Seite. Doch die AGB-Falle ist nicht des Skandals letzter Schluss.


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