Online-Übersetzer im Test: Wer löst das Sprachgewirr?
Fazit
Wer schon immer wissen wollte, woher die miesen Übersetzungen der Anleitungen asiatischer Unterhaltungselektronik stammen, sollte sich der Online-Übersetzer bedienen. Die Tools halten bei weitem nicht, was sie versprechen. Zwar sind die Lösungen teilweise gut genug, um vom fremdsprachigen Gegenüber verstanden zu werden, allerdings sind sie bar aller grammatikalischen Regeln.
Interessanterweise haben die Übersetzer fast keine Probleme mit kurzen Sätzen. Arbeitet der Anwender hingegen mit mehreren Haupt- und Nebensätzen kommen alle vier Übersetzer aus dem Tritt. Apropos vier: Da Google in allen Tests die gleichen Ergebnisse ausspuckte wie Babelfish, scheint dort die gleiche Routine am Werk zu sein, weshalb Google vom Test ausgeschlossen wurde.
Turbulenzen dank Zweitdeutigkeiten
Neben den grammatikalischen Turbulenzen sind auch die oft doppeldeutigen Vokabeln ein Problem für die Online-Übersetzer. So wurde im Test aus "to ride" gerne mal "fahren", obwohl das im entsprechenden expliziten Kontext, Stichwort 50Cent, sicherlich nicht wirklich sinnvoll ist. Doch genau hier kommt das größte Problem der Übersetzer zutage. Sprache hat etwas mit Intelligenz zu tun, denn Sprache erlaubt Interpretationen, weshalb Sprechen auch ein überaus komplexer Vorgang ist, der von Sprecher wie Zuhörer das Verständnis verlangt, Sinn und Zusammenhang zu erkennen.
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Babelfish ist der älteste Übersetzer. Dummerweise auch nicht wirklich gut.
Bei den Online-Übersetzern ist schnell klar, dass hier keinerlei Intelligenz dahintersteckt, bestenfalls ein paar Routinen und Algorithmen. Das ist der Grund, warum sich die automatischen Übersetzer verhaspeln: Sie verstehen nicht den Zusammenhang der Worte als Satz, sondern agieren nach starren Regeln. Letztendlich bedeutet das, dass Übersetzungs-Programme erst durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz wirklich brauchbar werden. Von einem entsprechenden Durchbruch ist die Forschung aber noch weit entfernt, auch wenn allerorten von "künstlicher Intelligenz" gesprochen wird, obwohl es sich nur um höchst komplexe Algorithmen handelt.
Testsieger: Der Online-Translator
Der beste Übersetzer im Test war der Online-Translator von Prompt, der die besten Ergebnisse lieferte. Wobei der Rang als Testsieger wenig zu bedeuten hat, schließlich war die Konkurrenz, genau wie der Favorit, eher schwachbrüstig. Wer die Online-Übersetzer testet, kommt sich vor wie beim Buchstabier-Wettbewerb auf dem Analphabeten-Treffen: Die Ergebnisse sind durchwachsen. Insgesamt sollte also nur im Notfall auf automatische Übersetzer zurückgegriffen werden. Lieber sucht man sich einen Dolmetscher, der die Übersetzungsarbeit durchführt.
Sinnvoller sind da Übersetzungshilfen wie das Online-Wörterbuch im Babylon Translator oder der Google Toolbar, die bei der Übersetzung einzelner Wörter helfen, wenn man die Sprache halbwegs beherrscht. Letztendlich führt aber noch kein Weg am Erlernen einer Fremdsprache wie Englisch vorbei, wenn man sich im Web zurechtfinden möchte, da immer noch der größte Teil der Websites zumindest in einer englischen Version angeboten wird.
