Auftakt für Kopierschutz in den USA?
RIAA: CD-Brennen schlimmer als P2P
Das neueste Feindbild der US-Musikindustrie wird deutschen Musikfans altbekannt vorkommen: RIAA-Chef Mitch Bainwol erklärte am Freitag gegenüber Vertretern des Musik-Einzelhandels, das heimische Brennen von CDs sei eine größere Bedrohung als Tauschbörsen.
Der Präsident der Recording Industry Association of America zitierte dazu aus einer aktuellen Studie, der zufolge 12 Prozent aller US-Haushalte CDs brennen. 17 Prozent dieser Heim-Kopierer brennen mehr als 10 CDs pro Monat. Allein in diesem Jahr seien bereits mehr als sieben Millionen Songs des Hip Hop-Musikers 50 Cent vervielfältigt worden.
Urheberrechtlich wird CD-Brennerei in den USA ganz ähnlich beurteilt wie in Deutschland: Das Kopieren einer CD zum Privatgebrauch ist grundsätzlich erlaubt. Verboten ist jedoch das Umgehen eines CD-Kopierschutzes beim Brennen. Derartige Technologien kommen bisher in den USA noch recht selten zum Einsatz.
Plattenfirmen hatten darauf bisher verzichtet, um nicht Klagen verärgerter Verbraucher ausgesetzt zu sein. Sony BMG hat jedoch in den letzten Monaten in den USA einige CDs mit Kopierschutz veröffentlicht. Bainwol ließ durchblicken, dass US-Musikfans in Zukunft häufiger mit derartigen Formaten konfrontiert werden könnten.
