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Vodafone Live: Mobile Musikdownloads im Test
Zukunftsmusik oder Unsinn?

von Sascha Hottes Uhr veröffentlicht

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Musik per Handy kaufen und unterwegs anhören. Das klingt interessant und sollte mit den neuen UMTS-Mobiltelefonen auch machbar sein. Vodafone bietet so ein Tandem. Der eigene Musikdienst im Mobil-Portal "Vodafone live!" und das Nokia 6630, das wir bereits vor einigen Tagen im Test hatten. Netzwelt zeigt, ob der mobile Musikdownload tatsächlich so einfach ist wie in der Werbung.

Auf die Funktionen des Handys gehen wir an der Stelle nicht mehr groß ein, das haben wir bereits ausführlich im Testbericht. In diesem Testbericht konzentrieren wir uns nur auf Musik-Downloads. Das gestaltet sich allerdings recht schwierig, da es häufiger zu Verbindungsproblemen kommt. Des Rätsels Lösung: Der Speicher muss mindestens vier MByte frei haben und die Einstellungen müssen entsprechend vorbereitet sein.

Technische Hürden

Ist diese technische Hürde genommen, dann navigiert man mit dem "Joystick" in der Mitte des Nokia 6630 durch das Angebot. Das ist zwar nicht komfortabel, dafür sind die Miniseiten übersichtlicher aufgebaut als manch andere Musikdienste, die über klassische Browser erreichbar sind. Trotzdem ist das Navigieren über den Daumen auf Dauer nicht komfortabel. Zufallsfunde wird es bei den mobilen Downloads von Vodafone live! sicher nicht geben. Wer aber zielstrebig nach einem Album oder Song sucht, der wird auch fündig.

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Die Benutzerführung ist intuitiv. Die Cover sind zwar kleiner dargestellt, aber sichtbar. Da der entsprechende Eintrag immer markiert ist, sieht der Käufer sofort wo er sich auf der "Seite" befindet. Der Aufbau des Menüs erlaubt sowohl das Browsen als auch die Direktsuche über eine eigene Suchmaschine. Je nach Suchanfrage kann diese recht lange Ergebnislisten ausspucken. Dementsprechend oft muss man dann die "Pfeil nach unten" Taste drücken. Eine gezielte Suche mit so vielen Informationen wie möglich ist dringend empfohlen. Das "intelligente Wörterbuch" sollte ebenfalls deaktiviert sein, damit überhaupt die Eingabe eines Künstlers bzw. Titels richtig möglich ist.

Die Preise für die einzelnen Downloads sind gesalzen. Fast zwei Euro sind für ein Download fällig. Entschließt man sich für ein Drei-Titel-Abo im Monat, dann stehen fünf Euro auf der Telefonrechnung. Das sind immer noch rund 1,70 Euro pro Song. Vergleichbare Online-Musikdienste verlangen für die meisten Titel ein Euro bis 1,60 Euro - also größtenteils wesentlich weniger.

Die heruntergeladenen Musikdateien entsprechen laut Vodafone dem Windows Media Audio (WMA) Format. Diese Dateien sind mit einem Schutzmechanismus (Digital Rights Management) versehen. Die Downloads haben eine Bitrate von 128 KBit/s. Die heruntergeladene Musik kann unbegrenzt auf Ihrem Rechner abgespielt und im Rahmen der von Ihnen erworbenen Lizenzrechte auf CD gebrannt bzw. auf portable Musik-Player kopiert werden.

Im Test versuchten wir einen gekauften Song auf ein neues Motorola Razr und ein Nokia 6230i per Bluetooth zu übertragen. Das funktionierte nicht. Die Verbindung zum Nokia-Gerät konnte nicht hergestellt werden. Das Motorola-Handy kann das Format nicht unterstützen und hatte deswegen den Download abgelehnt. Die Übertragung auf den PC funktionierte im Test ebenfalls nicht. Auf dem Vodafone-Portal steht der gleiche Download nach dem Herunterladen mit dem Handy nochmals im Menü zur Verfügung. Hierfür ist der persönliche Zugang nötig.

Die Downloadzeiten sind natürlich langsamer als bei DSL. Das Herunterladen eines Songs dauert nach Angaben von Vodafone 30 bis 50 Sekunden. Aber das dürfte die meisten mobilen Musiknutzer ohnehin nicht abschrecken. Wer 2 Euro für einen Song in "MP3-Qualität" - so Vodafone im entsprechenden Werbespot - zahlt, dem sind lange Verbindungszeiten und -Entgelte egal. Letztere kommen nämlich noch obendrauf. Zwar nicht auf die Downloaddauer wohl aber auf den Rest der Verbindungszeit. Wieviele Nutzer letztlich Musik-Downloads von Vodafone live! überhaupt nutzen ist uns nicht bekannt. Die Zahl ist beim Mobilfunkunternehmen ein Betriebsgeheimnis.

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Ohne UMTS: WAP-Alternative

Für Vodafone live! gibt es direkt vom Anbieter aktuell eine handvoll UMTS-Handys mit MP3-Player-Funktion von verschiedenen Herstellern. Wir hatten das relativ alte Nokia 6630 für unseren Test zur Verfügung. Kompatibel zu Vodafone live! sind daneben Motorola V980, Motorola E1000, Sony Ericsson V800 und das Nokia 6680. Nicht möglich ist der Zugriff über die mobile UMTS-Card "Mobile Connect Card Novatel", die eine Downloadrate von 384 kbps zulässt.

Wer kein UMTS-Handy besitzt kann auf die WAP-Alternative umsteigen. Die Downloads werden dann lediglich über das Handy gekauft und können am heimischen Rechner heruntergeladen werden. Das ist nicht nur umständlich und langwierig sondern auch teuer. Neben den Verbindungsentgelten fallen noch die Downloadkosten an. Wer ohnehin den PC einschalten muss, der kann auch direkt bei einem der zahlreichen Online-Musikdiensten einkaufen.

Fazit

Mobile Musik-Downloads bei Vodafone sind noch ein teurer Spaß und verlangen viel Geduld. Das kleine Display der Handys macht ein problemlos "Surfen" wie am Computer fast unmöglich. Zudem ist das Mobiltelefon nicht für die Navigation im Web ausgelegt. Vodafone hat mit dem Nokia 6630 schon das Maximum an Komfortablität herausgeholt. Mehr ist mit einem Handy nicht drin.

Ein weiterer Nachteil ergibt sich aus den im Handy integrierten MP3-Player. Meist kommen die längst nicht an reine MP3-Player ran. Die Kopfhörer sind schlecht verarbeitet und die Musik wirkt blechern.

Mobile Downloads mögen noch in den Kinderschuhen stecken, Vodafone hat mit dem live! Portal aber schon einmal eine Duftmarke gesetzt. 500.000 Songs über das UMTS-Netz anzubieten ist ambitioniert. Wichtiger ist eine gescheite technische Ausrüstung. Handys mit großen Displays und besseren Navigationen sollten den mobilen UMTS-Services einen Schub geben. Vodafone wäre für den Fall schon gut gerüstet - als Download-Plattform.

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Für viele Vodafone-Kunden werden mobile Downloads Luxus bleiben, zu den ohnehin schon hohen Preisen kommen noch Übertragungsentgelte hinzu. Fair ist, dass Vodafone seinen Kunden das Downloadvolumen für die eigentliche Datei nicht berechnet.

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Vodafone Live: Mobile Musikdownloads im Test
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http://www.netzwelt.de/news/72194-vodafone-live-mobile-musikdownloads-test.html
2005-08-15 18:05:00
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Vodafone Live: Mobile Musikdownloads im Test