Deutschland im Sommer 2005

Kolumne: Expedition durchs Spiele-Sommerloch

Deutschland im Sommer ‘05. Das Wetter passt sich der Gemütslage an. Geld, Perspektiven, Ratzinger-Reliquien, zumutbare Fernsehsendungen - alles wird knapp. Jetzt macht sich sogar noch die Sonne dünn. Geschwitzt wird kaum, was aber auch ein Gutes hat: Nicht jeder kann mit Hilfe des Bayerischen Rundfunks Schweißflecken ungeschehen machen, so ges(ch)ehen in Frau Merkels Achselhöhle anlässlich der Bayreuther Festspiele.

Festspiele für den PC sind saisonbedingt rar. Wer den Patch-Zirkus um "Battlefield 2" satt hat oder "Panzers 2" durch, der muss auf die nächsten klangvollen Games noch ein Weilchen warten. Im Sommer entwickelt sich der Spieltrieb kollektiv zurück; bei einstelligen Augusttemperaturen für einige Gamer eine so neue wie verstörende Erfahrung.

Werbung

Leipziger Allerlei mit heißem Kaffee

Halb so wild, denn viele verreisen sowieso; nicht nach Azeroth oder Norrath, eher in den sonnigen, realen Süden. Der unrettbare Vielspieler pilgert hingegen in den Osten unserer Republik, zur Games Convention 2005. Dort machen 270 Aussteller einen 80.000 Quadratmeter großen Messedeckel auf das Spiele-Sommerloch. Auch den einschlägigen Magazinen kommt das Leipziger Spiele-Allerlei gerade recht, andernfalls hätte man das viel beschworene Sommerloch fast ausnahmslos mit "Hot Coffee" ausfüllen müssen.

Nur noch ein Loch bis zur WM

Im Sommer 2006 wird dann im ganz großen Rahmen gespielt - eben realer, globaler, totaler. Wenn die Welt zu Gast bei Freunden ist und von WM-Maskottchen Goleo "unten ohne" empfangen wird, fallen nur Fußballhasser in ein Spiele-Sommerloch. Den armen Teufeln bleibt nur ein Weg: Der beschwerlicher Aufstieg über jenen Berg, zu dem sich die unvermeidbaren WM-Begleit-Games stapeln werden.

Links zum Thema