Google boykottiert Cnet
Beleidigte Leberwurst: Nicht den Google-Boss googeln
Google macht immer auf nett und quietschi-bunti, zeigt sich jetzt aber als Spaßbremse: Nachdem eine Reporterin einige persönliche Details über den Google-Chef Eric Schmidt gegoogelt und veröffentlicht hatte, will Google nun ein Jahr lang nicht mehr mit dem Magazin der Reporterin sprechen. Das berichtet die Nachrichtenagenur pte.
Diese Details hatte Elinor Mills für Cnet über den Google-Boss herausgefunden: Er besitzt Google-Aktien im Wert von 1,5 Milliarden US-Dollar, davon hat er 10.000 für die Präsidentschaftskandidatur von Al Gore gespendet, er wohnt in Atherton/Kalifornien und war mal Pilot.
Persönliche Daten: Gerne, aber nicht über den Boss
Mills wollte damit zeigen, wie einfach es ist, persönliche Informationen via Google zu finden. Daneben warf sie die Frage auf, welche Informationen Google selbst von seinen Nutzern sammle.
Das reichte schon dafür, dass Google eingeschnappt ist und nun nicht mehr mit Cnet reden möchte. "Sie können uns unter 'kein Kommentar" ablegen", ließ Google-Pressechef David Krane den Cnet-Chefredakteur wissen. Der wiederum erboste sich, so etwas habe er in seiner zwanzigjährigen Karriere noch nicht erlebt.
Betretenes Schweigen?
Google Deutschland wollte auf Anfrage von netzwelt keine Stellung zur Cnet-Blockade nehmen. "Kein Kommentar" bedeutet aber wohl kaum, dass man die Linie der amerikanischen Kollegen gutheißt. Dass Google-Pressechef Krane höchstpersönlich den PR-Gau auslöste, gibt der Geschichte noch zusätzliche Brisanz - es ist davon auszugehen, dass er genau wusste, was mit einer solchen Meldung passieren würde.
So war es wohl Google-Boss Schmidt persönlich, der hier eine Duftmarke setzen wollte. Offenbar ist ihm das eigene Werkzeug zu mächtig - er versucht, die Geister wieder los zu werden, die er selber rief. Jetzt muss sich Google konsequent zeigen: Wer eine Suchmaschine anbietet, muss auch mit den Ergebnissen leben können. Daran ändert auch die Blockade eines Magazins nichts - denn die Journalistin hat Google einfach nur benutzt, und das sollte jedem zustehen.
