Rückkehr in wenigen Stunden
Discovery-Mission: Erster Podcast aus dem Weltall
Podcast - ob Hype oder Medium der Zukunft, Fakt ist, dass die gesprochene Bloggerei zusehends beliebter wird. Den wohl wichtigsten Beitrag zu dieser Entwicklung lieferte Apple mit der neuen iTunes-Version 4.9. Kaum auf der Welt, hat das Podcasting sie auch schon verlassen: Space-Cowboy Steve Robinson podcastet direkt aus dem Space-Shuttle Discovery.
Ein Podcast aus dem All ist wohl das, was der Welt noch gefehlt hat. Im Anbetracht des Zustandes des über 20 Jahre alten Haufens Weltraum-Schrott könnte der Zyniker sogar dazu neigen, das als die letzten Worte der Space-Shuttle-Crew zu deuten. Zumindest die letzten Öffentlichen. Doch das wäre natürlich böse, natürlich wünscht auch die netzwelt-Redaktion der Space-Shuttle-Crew eine gute Heimkehr im Laufe des Tages.
Schrottreifer Weltraumkahn
Wie dem auch sei, Heimkehr oder nicht im mit amerikanischen Sprühkäse geflickten Weltraum-Veteranen, der Podcast ist raus. Und darin berichtet Steve Robinson von seinem persönlichen Erleben der Space-Shuttle-Mission. "Es war eine fantastische Mission" resümmiert er den Ausflug ins All und trotz der massiven Probleme hört sich das an, als würde er nicht tausende von Kilometern im All schweben, sondern vielleicht von einem Nachmittag am Baggersee im Nachbarort erzählen.
"Die Mission war ein Testflug. Wir haben viele neue Dinge ausprobiert, vom Inspizieren des Space Shuttles mit allen möglichen Roboter-Armen und Sensoren, bis hin zu experimentellen Weltraum-Spaziergängen", berichtet Robinson aus dem All. "All diese Aufgaben haben sehr gut funktioniert und es war sehr interessant, so viel über unseren Orbiter zu lernen." Gemeint ist das Space Shuttle.
Das "fantastischste Erlebnis"
Doch nicht nur positive Erfahrung werden im Podcast verarbeitet: Der Isolierschaum, der das Shuttle beim Start beschädigte oder die Tatsache, dass die Astronauten ungeplant das Shuttle verlassen mussten, bezeichnet Robinson als "Surprises" und "the most fantastic experience" seines Lebens. Fast könnte man meinen, die NASA hätte die Luft der Shuttle-Kabine vor Aufnahme des Podcasts mit LSD oder XTC angereichert, um dem Astronauten diese Feel-Good-Laute zu entlocken.
Doch nicht nur die Erfahrungen der Discovery-Mission verarbeitet Robinson, sondern auch die seiner Vorgänger und Nachfolger, wohlweisslich nicht auf die beiden Unglücke der Challenger- und Columbia hinweisend. "Jetzt ist es Zeit, nach Hause zu gehen. Ich denke, manche von uns möchten jetzt nach Hause. Ich weiß, dass ich noch nicht möchte. Ich würde lieber in der Raumstation bleiben und weiterhin dieses unglaubliche Gefühl des Schwebens in der Erde, über der Erde auskosten."
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