Mischung aus Abo und Einzelsong-Download
MP3-Downloads: Amazon.com plant Online-Musikdienst
Das Internet-Kaufhaus Amazon.com plant den Einstieg in den Online-Musikmarkt. Noch dieses Jahr soll der Dienst an den Start gehen. Entsprechende Gespräche mit Verantwortlichen der Musikindustrie sind bereits geführt worden. Das berichtet das "Wall Street Journal" (WSJ) am Freitag in seiner Online- Ausgabe.
Der iTunes-Konkurrent soll eine Mischung aus Abodienst mit Einzeldownloads werden, berichtet WSJ unter Berufung auf "Personen, die mit entsprechenden Bemühungen des Unternehmens vertraut sind". Amazon.com scheint bereits mit der Entwicklung des Dienstes beschäftigt zu sein. Auf der Webseite des Internet-Kaufhauses sind bereits Stellenanzeigen für einen möglichen Musikdienst zu sehen.
"Den Verkehr auf unserer Website ankurbeln"
Einen Kommentar über einen möglichen Musikdienst lehnte Amazon-Sprecherin Patty Smith gegenüber WSJ ab. Amazon beteilige sich nicht an Spekulationen darüber, was das Unternehmen künftig macht oder nicht. Hinweise auf einen Musikdienst sehen Journalisten aber in einer Äußerung von Amazon-Chef Jeff Bezos, der sagte, dass digitale Medien sehr wichtig für Amazon sind. "Der unmittelbare Grund, warum wir solche Dinge anbieten, ist, den Verkehr auf unserer Website anzukurbeln," so Bezos.
Ein Amazon-Musikdienst kommt zwar relativ spät, um in den bereits hart umkämpften Markt mit den digitalen Downloads einzusteigen. iTunes und Napster haben hier mit Abstand die Nase vorn. Allerdings wird der Markt weiter wachsen und Amazon sieht seine Chance wohl über die eigene Webseite. Zusammen mit Musikdownloads lassen sich MP3-Player verkaufen, das wissen wir bereits von Apple. Oder umgedreht, schließlich verkauft Amazon schon etliche MP3-Player im Monat und könnte so seine Musik-Downloads an den Mann bringen.

Der Onlinehändler Amazon plant Videos auf Abruf zu verkaufen. Dies verriet Firmenchef Jeff Bezos auf der Konferenz "All Things Digital" des Wall Street Journal im kalifornischen Carlsbad.
Im Markt für Internet-Fernsehen will jetzt auch Amazon einsteigen. Einem Bericht des Wall Street Journal zufolge steht der Versandhändler in Verhandlung mit mehreren Medienkonzernen.
Internetspeicher für Lieblingssongs: Google will Medienberichten zufolge noch am Dienstag seinen neuen Musikdienst Google Music vorstellen. Ähnlich wie beim Konkurrenten Amazon können Nutzer damit eigene Stücke im Internet speichern und von anderen Geräten aus abrufen.
Amazon.com kann erstmals höhere Verkaufszahlen von E-Books als von gedruckten Büchern vorweisen. Auf 100 gebundene Bücher und Taschenbücher kommen 105 digitale Titel. Seit vier Jahren werden bei Amazon.com E-Books verkauft.
Amazon könnte bereits im Oktober einen eigenen Tablet-PC auf den Markt bringen. Das Modell soll mit Googles mobilem Betriebssystem Android laufen und ein neun Zoll großes Display besitzen. Allerdings verzichtet Amazon offenbar darauf, eine Kamera zu verbauen.
Quellen des Wall Street Journals zufolge versucht Amazon in den Vereinigten Staaten derzeit, eine eigene Online-Bibliothek zu starten. Noch sträuben sich viele Verleger in diesem Punkt mit dem Unternehmen zu kooperieren, aber eine Einigung ist nicht ausgeschlossen.
Amazon.com baut seine Verlagssparte weiter aus. In diesem Herbst werden bereits 122 Titel unter eigenem Namen veröffentlicht. Alteingesessene Verleger in den USA fürchten die neue Konkurrenz.




