Apples Streaming-Wunder im Test
Music in the Air: Apple Airport Express Base im Test
Michael Knott
Unter Windows ist die Einrichtung etwas komplexer: Der Drucker muss als TCP-IP-Drucker eingerichtet werden und wird mit der IP-Adresse der Airport-Basis angesteuert in der Form "IP_10.0.0.1" - wenn die IP-Adresse der Station eine andere ist, muss natürlich diese angegeben werden. Der Drucker muss, Windows-typisch, aus der Liste der Geräte ausgewählt werden, es ist also ratsam, den Druckertreiber vorher zu installieren. Das gilt übrigens auch für Mac OS X.
Drucker anywhere
Dank der kabellosen Druckfunktion kann der Drucker von jedem Ort der Wohnung aus angesteuert werden. Doch nicht nur das: Dank Airport Express wird aus jedem noch so alten USB-Drucker ein vollwertiger Netzwerk-Drucker, der von allen an das WLAN angeschlossenen Anwendern angesteuert und genutzt werden kann. Das ist praktisch, besonders dann, wenn man beispielsweise einen alten, aber guten Laserdrucker ohne eigenen Printserver ins Netz bringen möchte. Die Druckaufträge verschiedener Rechner werden dank des in die Airport-Base eingebauten Print-Server nacheinander abgearbeitet.
Natürlich ist die Apple Airport Express Basisstation noch nicht die Antwort auf alle Kabelfragen. So wäre eine Funktion ähnlich Airtunes, mit der man ganze Videos aus Quicktime oder einem beliebigen DVD- oder Movie-Player streamen kann, wünschenswert. Vielleicht wird Apple eine entsprechende Funktion in Zukunft implentieren. Da solche Entscheidungen aber vom persönlichen Geschmack des Apple-Chefs Steve Jobs abhängen, kann das noch dauern.
Apple_Airport_Express
Airport Express im TestFazit: Schön gelöster Allrounder mit kleinen Fehlern
Ansonsten ist die Airport Express aber eine gute Lösung, sich gleich dreier lästiger Kabel zu entledigen: Ein Netzwerk-Kabel am Rechner ist bei Einsatz der Basestation genauso wenig nötig wie ein Audio-Kabel zur Stereo-Anlage oder ein Druckerkabel. Die Einrichtung der Station ist auch für Laien leicht durchführbar und durch die kompakte Bauweise lässt sich die Basisstation fast überall problemlos nutzen. Ein kleiner Tipp: Wer ein Verlängerungskabel braucht, kann ein ganz normales zweipoliges Stromkabel nehmen, wie es beispielsweise bei den Ladegeräten von Digitalkameras oder Kompaktanlagen oft mitgeliefert wird.
Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt: Hin und wieder stürzte die Airport Express Basisstation während des Tests einfach ab und ließ sich nur durch einen Neustart wiederbeleben. Dieser erfolgt über die Trennung vom Stromnetz, nach dem Einspielen der aktuellen Firmware war dieser Fehler allerdings behoben. Unangenehmer ist da die Tatsache, dass das Gerät nur einen Ethernet-Anschluss hat. Möchte man also Geräte ohne WLAN ins Netz bringen, muss man diese entweder über einen Computer und Connection-Sharing einbinden oder kommt um den Kauf eines klassischen Routers oder Switches nicht umhin.
Für WLAN-Neueinsteiger geeignet
Die Airport Basis lohnt sich für alle DSL-Nutzer, die sich günstig und einfach des Kabelsalats am Laptop entledigen möchten. Für klassische Heim-PCs lohnt sich nicht wirklich, zum Preis von 150 Euro gibt es bereits viele gute WLAN-Router mit Modem auf dem Markt, die zudem über mehr Ethernet-Ports verfügen. Dafür sind diese nur in seltenen Fällen in der Lage, Musik und Drucker kabellos einzubinden. Da die Airport Express über kein eigenes DSL- oder Kabelmodem verfügt, muss zudem immer noch das DSL-Modem angeschlossen werden, wenn die Express für den Internet-Zugang genutzt werden soll.
Bis auf diese wenigen Makel handelt es sich bei der Airport Express Basisstation allerdings um eine der wenigen wirklich durchdachten und einsteigerfreundlichen Router-Lösungen auf dem Markt. Das Musik-Streaming ist natürlich nur für iTunes-Nutzer interessant, andere Programme sind ausgeschlossen. Dafür klappt das dann aber auch völlig problemlos. Insgesamt kann sich die Anschaffung der Airport Express also durchaus lohnen, sofern man nicht bereits einen WLAN-Router mit Streaming-Funktionen und Print-Server besitzt.
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