Apples Streaming-Wunder im Test
Music in the Air: Apple Airport Express Base im Test
Michael Knott
Music's in the Air
Das normale Routing ist natürlich OK, doch das kann auch jeder drittklassige Router vom DSL-Provider. Wichtiger sind die Streaming-Funktionen. Und die haben es in sich. Per Airport-Dienstprogramm lässt sich unter dem Punkt "Musik" einstellen, ob die kabellose Übertragung von Musik durch iTunes aktiviert werden soll. Diese lässt sich auch per Passwort schützen, damit nicht jeder Anwender mit Zugriff auf die Station Zugriff auf die Musik-Funktion bekommt. Geschickt gelöst ist übrigens, dass immer nur ein Rechner gleichzeitig mit der Station Musik spielen kann, damit es nicht zu chaotischen Sound-Remixen kommt.
Ist "Air-Tunes", so der Name der Funktion, aktiviert, kann das Airport-Admin-Dienstprogramm geschlossen und die Einstellungen auf der Basis gesichert werden. Die Basis startet nach jeder Konfigurationsänderung neu, danach kann iTunes auf dem Rechner gestartet werden. Unten rechts zeigt das Programm ein kleines Dropdown-Menü an, in dem sich die Lautsprecher, die genutzt werden sollen, auswählen lassen.
Nur mit iTunes möglich
Bei Einsatz einer Station sind dort die Punkte "Computer" sowie der Name der Air-Tunes-Station eingetragen. Schaltet der Anwender auf Computer, spielt iTunes die Musik über die Boxen am Rechner ab, wählt man hingegen den Air-Tunes-Name, streamt das Programm die Musik über die Basisstation zur Stereo-Anlage. Auch diese Funktion ist intelligent gelöst, schaltet der Rechner doch nicht völlig stumm: Systemgeräusche und die Klänge anderer Programme als iTunes werden weiterhin über die Boxen am Rechner ausgegeben.
Apple_Airport_Express
Airport Express im TestIm Umkehrschluss bedeutet das allerdings, dass sich nur Inhalte aus iTunes streamen lassen, was DVD-Freunden vielleicht etwas sauer aufstößt, können doch Filmgeräusche nicht auf diese Weise auf die Anlage gelegt werden. Schade ist das nicht, wäre die Wiedergabe doch stark verzögert. Der Grund dafür ist naheliegend, streamt iTunes die Musik doch im Apple Lossless-Verfahren. MP3s und AACs werden auf dem Rechner automatisch in Echtzeit umkodiert, wodurch es zu der Verzögerung kommt.
Einwandfreies Streaming
Das Streaming klappt einwandfrei. Der Line-Out-Anschluss an der Airport Express ist allerdings ein wenig fehleranfällig. So hat die Station offensichtlich eine Funktion, die überprüft, ob ein Klinken-Stecker im Anschluss steckt. Das allerdings merkt die Station nur, wenn auf analoge Übertragung gesetzt wird - die Express beherrscht aber auch die digitale Übertragung via optischen Leitern. Hier kommt es vor, dass die Station nicht "sieht", dass sie angeschlossen ist.
Da es sich bei den gestreamten Inhalten aber in den meisten Fällen ohnehin um MP3s handelt, die nicht optimal sind in Sachen Klangqualität sind, ist die Klangverbesserung durch Einsatz eines digitalen Kabels nicht nennenswert. Allerdings verhindert sie effizient die bei Musikliebhabern gefürchtete Brummschleife, eine Induktionsschleife über die Stromleitungen, die die Boxen brummen lässt. Im Test ist dieser Effekt bei Einsatz eines Druckers aufgetreten.
Drucken ohne Kabel
Womit das nächste Thema angeschnitten wäre: Die wohl interessanteste Funktion der Airport Express Basisstation ist das kabellose Ansteuern eines USB-Druckers. Zumindest unter Mac OS X funktioniert das völlig problemlos: Über das Drucker-Dienstprogramm wird der Drucker an der WLAN-Station automatisch erkannt, Apples "Bonjour"-Netzwerkprotokoll sei Dank. Er muss dann nur noch als Standard-Drucker eingerichtet werden.
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