Das cleverste Pferd im Stall: Palm Treo 650 im Test

Das Treo als Organizer: Flott und effizient

Bei den reinen Telefon-Funktionen kann Palm nicht wirklich überzeugen - da bietet selbst das normale Pre-Paid-Modell einiges mehr. So können weder Anrufergruppen definiert werden, noch bietet das Treo dem Nutzer Umgebungsprofile.

Als kleine Geste der Versöhnung finden wir aber an der Oberseite des Gerätes einen mechanischen Umschalter. Hier lässt sich das Multitalent mit einer Handbewegung auf Stumm schalten. Ein Vibrations-Alarm ist ebenfalls mit an Bord.

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Als Organizer macht das Testmodell eine wirklich vorbildliche Figur. Zwar ist die Nutzer-Oberfläche grafisch nicht ganz so aufregend wie bei der Windows-Konkurrenz. Das dies aber kein Nachteil sein muss, merkt man spätestens im drögen Smartphone-Alltag.

Palm Treo 650

Denn das Treo reagiert äußerst flott auf alle Eingabebefehle, und der Intel-Prozessor mit 312 Megahertz wirkt fast schon unterfordert. Kein Vergleich zur Konkurrenz von Nokia und Co. Alle Programmeinträge sind durch eindeutige Symbole gekennzeichnet. So finden sich auch Ein- und Umsteiger schnell im Palm-Universum zurecht. In zahlreichen Menüebenen werden zudem Tipps zu weiteren Einstellungen eingeblendet.

Die Synchronisation mit dem Rechner funktionierte im Test einwandfrei. Entweder das Treo 650 wird mit dem beiliegenden Datenkabel an den USB-Port des PCs verbunden, oder man gleicht die Daten drahtlos über Bluetooth ab.

Screenshot

Die tägliche Multimedia-Dosis mit dem Treo

Bei den Unterhaltungsprogrammen muss das Palm-OS-Gerät neidisch zu den Windows-Vertretern unter den Smartphones rüberblinzeln. Denn im Serienzustand des Treo 650 ist in Sachen Multimedia nicht allzu viel los.


Der integrierte Real-Player verlangt nach einer separat erhältlichen SD-Speicherkarte um Musik abzuspielen. Diese sollte man sich ohnehin zulegen, denn mit 21 Megabyte ist der Hauptspeicher des Treo nicht gerade üppig bemessen. Die Karte findet, ohne das Gerät öffnen zu müssen, im oberen Kartenslot Platz. Dann spielt das 650 immerhin MP3-Dateien ab.

Hören kann man diese allerdings nur auf einem Ohr - das mitgelieferte Headset ist nämlich ein Mono-Modell. Zu allem Überfluss finden im 2,5 Millimeter großen Klinken-Anschluss auch keine handelsüblichen Stereokopfhörer Platz. Als Zubehör ist aber immerhin ein Adapter erhältlich. Ein Radio bietet das Treo 650 leider nicht. Der Klang über Stereokopfhörer geht in Ordnung, kann aber in keinster Weise den Hörgewohnheiten angepasst werden.

Palm Treo 650

Einen weiteren Beitrag zum Thema Multimedia leistet Palm auf der Geräterückseite. Dort sitzt die mittlerweile schon obligatorische Kameralinse. Im Falle Treo 650 löst die kleine Linse mit bescheidener VGA-Auflösung (640 x 480 Pixel) aus.

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Der Münsterplatz in Bonn wurde mit dem Treo 650 aufgenommen. Für die Original-Datei klicken Sie bitte das Bild an.

Um das Video abzuspielen drücken Sie bitte die Play-Taste links unten

Die Bilder lassen sich auf dem Bildschirm aber dennoch ganz gut betrachten. Ein digitaler Zoom vergrößert das Motiv auf Wunsch. Die Helligkeit steuert das Treo automatisch aus, was in der Praxis recht gut funktioniert. Auch Videoclips lassen sich mit dem Smartphone drehen. Das mit 320 x 320 Pixel ordentlich auflösende Display stellt bis zu 65.000 Farben dar.

Fazit: Viel Brot, wenig Spiele

Das Palm Treo 650 ist ein Arbeitspferd; im Serienzustand mit ein paar Girlanden geschmückt. Doch im täglichen Einsatz verkauft sich das Smartphone außerordentlich gut. Wer ein Alltagsgerät sucht, welches neben den ganz normalen Handy-Funktionen auch Dokumente anzeigen, E-Mails verschicken und zur Not auch die ein oder andere MP3-Datei abspielen kann, ist mit dem Treo 650 gut beraten.


Abmessungen und Gewicht sind bei Geräten anderer Hersteller meist sperriger. Die Verarbeitungsqualität ist auf sehr hohem Niveau - hier klappert nichts. Und auch Akkuleistung und Audioqualitäten des Treo gehen in Ordnung. Wer allerdings ein Alleinunterhalter für U-Bahnen und Warteschlangen sucht, ist mit einem PMP, oder bei der Konkurrenz besser aufgehoben.

Die größten Trümpfe spielt der Palm in der Aufgaben-, Adress- und Kalenderverwaltung aus. Dank der intuitiv bedienbaren Oberfläche und den sehr kurzen Bedenkzeiten schont es im täglichen Gebrauch die Nerven des Besitzers. Zudem ist es das perfekte Gerät für diejenigen, die allein beim Gedanken daran ihr Telefon mit einem Stift zu bedienen eine Gänsehaut bekommen.

Zum Lieferumfang gehört ein Ladegerät, ein USB-Kabel, ein Mono-Headset, die Software-CD sowie ein ausführliches Handbuch. Derzeit kostet das Palm Treo 650 im Palm-Store 730 Euro. Subventionen bei T-Mobile oder E-Plus machen einen Gerätepreis von knapp 200 Euro möglich - allerdings mit sehr kostspieligen Langzeitverträgen, und bis zu 90 Euro Grundgebühr im Monat.

Palm Treo 650

Technische Daten

Palm Treo 650 - Technische Daten
ProzessorIntel PXA270 / 312 MHz
Verfügbarer Speicher21 Megabyte
AkkuAustauschbarer Lithium-Ionen-Akku / 5 Stunden Sprechzeit
BetriebssystemPalm OS 5.4
Abmessungen und Gewicht11,3 x 5,9 x 2,3 Zentimeter / 175 Gramm
BildschirmTFT-Touchscreen / 320 x 320 Pixel / 65.000 Farben
ErweiterungSD- / SDIO- / MMC-Karten
DigitalkameraVGA (640 x 480 Pixel) 0,3 Megapixel / Videofunktion
AudioReal-Player (SD-Karte erforderlich) / Optionales Stereoheadset mit Adapter
Positiv
Saubere Verarbeitung, kompakte Abmaße
Integrierte Tastatur
Einfach zu steuerndes Betriebssystem
Bluetooth- und Infrarot-Schnittstelle
Mechanischer Schalter zur Stummschaltung
Negativ
Telefonfunktionen
Kein WLAN
Multimedia-Funktionen
Keine Profile einstellbar
Properitäre Schnittstelle

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