Im Praxistest: Devolo MicroLink dLAN Starter Kit
Manche Dose macht Ärger
Der dritte dLAN-Adapter soll Vaters Rechner ins Internet bringen. Hier gibt es das erste Problem, denn es kommt keine Verbindung zustande. Mit keiner Steckdose in Daddys Zimmer. Ist der Adapter vielleicht kaputt? Ich probiere den Adapter mit Mutters Steckdose und es klappt, der Adapter ist offensichtlich in Ordnung. Offensichtlich stimmt was mit den Steckdosen in Vaters Zimmer nicht, schlussendlich findet sich aber doch eine, die funktioniert. Strom haben sie alle, aber offensichtlich hat der Elektriker damals irgendetwas vermurkst, so dass die Dosen nicht mit dem dLAN zusammenarbeiten wollen. Dafür geht auch der dritte, ältere Rechner im Keller problemlos ins Netz.
Alle drei Rechner lassen sich dank DHCP gleichzeitig durchs Netz steuern. Weder Router, noch dLAN-Adapter haben Probleme damit. Das klappt allerdings nur, solange das dLAN innerhalb eines einzigen Stromkreises installiert ist. Die Trennung zwischen zwei Stromkreisen erfolgt durch den Sicherungskasten, vor der Installation eines dLAN-Netzes sollte also darauf geachtet werden, dass alle Clients am gleichen Stromkreis hängen.
Stromzähler = Firewall
Das gleiche gilt für Stromzähler. Die stellen nämlich eine "natürliche" Firewall für dLANs dar. Das Signal kommt nicht durch sie durch, weshalb auch die innerhalb des Netzwerkes gesendeten Signale nicht an die Außenwelt, also ins öffentliche Stromnetz oder - bei Mehrfamilienhäusern - in die Wohnung des Nachbarn gelangen. Das ist geschickt gelöst, besonders faszinierend ist aber die Tatsache, dass alles ohne weitere Installationen funktioniert.
Auch der Transfer zwischen den einzelnen Rechnern funktioniert problemlos, allerdings sollte man zu diesem Zweck feste IPs vergeben. Die Übertragung erfolgt mit mickrigen 14 MBit pro Sekunde, was die Übertragung von größeren Dateien zu einer Zumutung macht. Aber die Devolo-Adapter sind ja auch hauptsächlich dafür gedacht, die Rechner ins Netz zu bringen und nicht, um hausinterne Kopier-Arien zu starten. Für diesen Zweck gibt es aber auch bereits schnellere dLAN-Adapter mit bis zu 85 MBit pro Sekunde.
Fazit: Simple Lösung für wenig Geld
Insgesamt sind die Devolo-Adapter überraschend einfach zu bedienen. Sie arbeiten mit jedem Betriebssystem zusammen und eignen sich hervorragend, um im Haus verstreute Rechner ins Netz zu bringen. Zum Aufbau eines echten Heimnetzwerkes eignen sie sich mangels Geschwindigkeit nicht unbedingt, dafür entschuldigt die problemlose Installation. Im Gegensatz zu WLAN sind Verbindungsprobleme so gut wie ausgeschlossen und auch Sicherheitsbedenken können getrost an den Nagel gehängt werden, dienen doch Stromzähler und -kreise als Firewalls. Trotz des hohen Preises sind die dLAN-Adapter vergleichsweise günstig, ist die einzige Alternative doch die Verlegung von Ethernet-Kabeln im Haus durch den Fachmann.
