Einfamilienhaus vernetzt
Im Praxistest: Devolo MicroLink dLAN Starter Kit
Mobile Computing
Funkprobleme
Also fix das WLAN am Router eingeschaltet und mit dem Notebook einen Testlauf gestartet. Raus aus dem Anschluss-Bunker, eine Tür, zwei Türen, Treppe hoch... noch ist das Signal da. Ein Testlauf beweist: Der Funk reicht bis ins Treppenhaus, bis ins Wohnzimmer. Die Küche im Erdgeschoss ist allerdings schon wieder funkfreie Zone. Der Probelauf ins Dachgeschoss ist eigentlich nur noch Kür, auch hier kein "Heimnetz", wie der Autor dieser Zeilen das Netzwerk genannt hat. Dafür balgen drei ungesicherte Netzwerke aus der Nachbarschaft fröhlich um Aufmerksamkeit auf dem Notebook. Einmal kurz über den Internet-Anschluss des Nachbarn ein paar illegale Websites aufrufen und etwas runterladen, dann schnell wieder zurück in den Keller.
Was tun? Die Funkkraft des Routers reicht hinten und vorne nicht aus, um das ganze Haus zu vernetzen. Die Ende der 1980er beim Bau des Hauses verlegten Leerrohre werden von der kürzlich installierten Satelliten-Anlage belegt, hier gibt es kein Durchkommen für Ethernet- oder DSL-Kabel. Den Gedanken, ob die Heizungsrohre vielleicht als WLAN-Verstärker taugen verwerfe ich schnell wieder. Dann kommt der Geistesblitz: Gibt es nicht von Devolo so Steckdosen-Adapter?
Teurer Spaß oder günstige Alternative?
Ja, die gibt es, zum Beispiel im Pro-Markt für 109 Euro pro Doppelpack. Losfahren, Adapter kaufen: "MicroLink dLAN Starter Kit Ethernet/Ethernet" steht auf der Packung. Drin sind zwei Adapter, zwei Netzwerk-Kabel von zwei Metern Länge und eine CD-ROM. Auf der Packung prangt "Linux & Windows certified" - Kein Wort von Mac OS X, das kann ja heiter werden. Ich kaufe trotzdem zwei Packungen, vier Adapter, für vier DSL-Geräte: Den Router und drei PCs.
Wieder zuhause wird erst einmal das WLAN ausgeschaltet. Der Mist bringt in der aktuellen Konfiguration nichts als Sicherheitslücken, nutzen kann es sowieso niemand im Haus, weil es ja nicht weit genug reicht, Stahlbeton sei Dank. Stattdessen bete ich jetzt, dass die Devolo-Adapter halten, was sie versprechen. Jetzt muss nur noch der Router zum DHCP-Server gemacht werden, damit die angeschlossenen Rechner automatisch eine IP-Adresse zugewiesen kriegen. Mit dem Mac direkt am Router klappt das auch vorzüglich, doch wie schaut es aus, wenn das Signal über das Stromnetz läuft?
Grünes Licht im Bunker
Die Probe aufs Exempel: Das Netzwerk-Kabel wird vom Mac in den dLAN-Adapter gesteckt, der seinerseits in die letzte freie Steckdose im Atombunker, Verzeihung: Hausanschlussraum - so waren sie, die 80er. Die Dioden am dLAN-Adapter zeigen grünes Licht, also gibt es keine größeren Problem. Ich schnappe mir den zweiten Adapter und wandere ins Erdgeschoss, um den Laptop dort an die nächste freie Buchse anzuschließen. Und tatsächlich: Es klappt! Der dLAN-Adapter an meinem Rechner findet sein Gegenstück im Keller, die Verbindung steht, man kommt ins Netz. Das war ja einfach, kein Treiber, keine großartigen Konfigurationsgeschichten, es funktioniert einfach. Das ist "Plug'n Play" in Reinform. Ich bin fasziniert.
Schnell den Stecker wieder gezogen und hoch unters Dach. Es ist schließlich noch nicht sicher, ob der Adapter an jeder Steckdose seinen Dienst verrichtet. Doch auch unter dem Dach: Kein Problem. Der Rechner geht ins Netz, ruft E-Mails ab und das alles sogar ohne nennenswerte Verzögerung, wenn man von den üblichen lahmen Ansprechzeiten von DSL absieht. Und so wird Mutters Windows XP-Rechner schnell und völlig problemfrei ins Netz gebracht.
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