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Ein Monat DSL 6000: Der erste Erfahrungsbericht
ADSL an der technischen Grenze

von Lars Gurow Uhr veröffentlicht

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Mit dem Start von DSL 6000 haben T-Com und die Reseller die erhältliche Bandbreite mal eben verdoppelt. Was normalerweise die ganz große PR-Runde gemacht hätte, ist leider ins Sommerloch gefallen. Die ersten Anschlüsse sind geschaltet, und DSL 6000 muss zeigen, was es kann.

Mit dem Start von DSL 6000 haben T-Com und die Reseller die erhältliche Bandbreite mal eben verdoppelt. Was normalerweise die ganz große PR-Runde gemacht hätte, ist leider ins Sommerloch gefallen. Die ersten Anschlüsse sind geschaltet, und DSL 6000 muss zeigen, was es kann.

DSL 6000 bewegt sich an der Grenze dessen, was mit ADSL-Technik machbar ist: Im Downstream sollen 6016 kBit/s erreicht werden, im Upstream immerhin 576 kBit/s. Schnellere Datenraten schaffen nur ADSL2+ und VDSL; beide Techniken befinden sich aber erst in einer Erprobungsphase.

Versprechen gehalten?

Wie schlägt sich DSL 6000 denn nun in der Praxis? Netzwelt konnte DSL 6000 auf einen ersten Prüfstand stellen. Dabei ging es um ein Upgrade von DSL 1000 auf DSL 6000 an einem Resale-Anschluss von 1&1, als Modem kommt eine Fritz!Box Fon von AVM zum Einsatz. Die Fritz!Box stammt vom April 2005, die Firmware ist auf dem damaligen Stand geblieben.

Nicht verbunden: Ohne aktuelle Firmware nur Trainingsmodus

1&1 hatte den Wechsel für den 25. Juli angekündigt, an diesem Tag geschah jedoch gar nichts. Dafür blinkte am nächsten Morgen die Power-LED an der Fritz!Box. Das bedeutet: Irgend etwas stimmt nicht, es besteht keine DSL-Verbindung.

Es geht nicht!

Ein Blick in die Konfigurationsoberfläche bestätigte die Meldung: Keine Verbindung zum Internet. Die Fritz!Box zeigte einen Trainingsmodus an und versuchte, sich mit der DSL-Vermittlungsstelle zu synchronisieren. Laut den Log-Daten funktionierte das aber nicht. Die Fritz!Box startete etwa alle 15 Sekunden einen neuen Versuch.

Auch ein Neustart der Fritz!Box brachte keinen Erfolg, und auch das Abtrennen des Netzteils nicht. Das kann manchmal nützlicher sein als ein Neustart, da der Speicher der Fritz!Box bei fehlender Stromzufuhr wirklich geleert wird und nicht nur die Box neu gestartet wird.

Blieb also nur noch ein Firmware-Update zur Lösung des Problems. Sollte es danach noch bestehen, wäre ein Anruf bei der Störungsstelle nötig. Auf der Fritz!Box lief die Firmware-Version 14.03.58, im Internet gibt es bereits die Version 14.03.71 zum Download. Mangels DSL mussten die rund vier MByte aber mit einem 56k-Modem heruntergeladen werden, was die Geduld arg strapazierte. Die Installation und der Neustart der Fritz!Box war in drei Minuten erledigt.

Volles Rohr verbunden

Nach dem Neustart konnte sich die Fritz!Box auch direkt verbinden - und zwar mit 6029 kBit/s im Downstream und 580 kBit/s im Upstream. Das zumindest gab die Fritz!Box an. Der Ausflug ins Internet mit DSL 6000 war dann auch beeindruckend schnell: Im Vergleich zum 56k-Modem ging es rechnerisch einhundertmal schneller, und auch in der Praxis war es sehr flott.

Theoretische Bandbreite: 6029 und 580 kBit/s - die Realität sieht anders aus

Beim reinen Surfen hält sich der Geschwindigkeitsvorteil im Vergleich zu DSL 1000 aber in Grenzen: Denn kaum eine Seite kann die Daten so schnell ausliefern, und auch nicht jeder Rechner kann eine HTML-Seite in solch einem Tempo berechnen. Wer aber noch Daten herunterlädt, nebenbei surft, VoIP nutzt und dabei noch E-Mails verschickt, kann das alles tun, ohne bei einem der Dienste einen Geschwindigkeitsverlust hinnehmen zu müssen.

Wer gerne Daten versendet, beispielsweise Fotos bei Online-Diensten hochlädt oder E-Mails mit großen Anhängen verschickt, wird sich über den schnellen Upstream freuen. Gerade E-Mails sind nun deutlich schneller abgeschickt.

Beim Downloadtest von einem schnellen Server zeigte sich allerdings, dass man sich mit DSL 6000 an der technischen Grenze von ADSL bewegt: Erreichte man vorher mit DSL 1000 mit 960 kBit/s immerhin fast das Maximum von 1024 kBit/s, liegt die effektive Bandbreite von DSL 6000 deutlich unter dem Maximum von 6016 kBit/s. In einem Schnelltest erreichte der Download nur selten mehr als 5500 kBit/s.

Upstream wächst schwächer mit

Auch der Upstream blieb unter der theoretisch möglichen Marke: Statt 576 kBit/s kamen nur rund 520 kBit zusammen. Im Vergleich zu DSL 1000 zwar sehr schnell, jedoch ist das "bis zu" in der Werbung für die Bandbreite wörtlich zu nehmen. Denn hier ist nicht die künstliche Beschränkung auf 1024 kBit/s die Grenze, sondern die physikalisch vorgegebene Schwelle von sechs MBit das Limit.

Wer nur surft und mailt, braucht auch kein DSL 6000. Interessant ist es allerdings für Familien, WGs oder anspruchsvolle Privatnutzer; also immer dann, wenn mehrere Anwendungen Bandbreite beanspruchen. Leider bleibt der Upstream im Verhältnis hinter dem Downstrem zurück: Während sich der Downstream nahezu versechsfacht, ist der Upstream nur viereinhalb Mal so groß - im Vergleich zu DSL 1000.

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http://www.netzwelt.de/news/72057-monat-dsl-6000-erste-erfahrungsbericht.html
2005-08-01 16:45:00
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/dsl6000_training_1122893546.jpg
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