Überall-Fernsehen per Satellit und Kabel
Digitalfernsehen ohne Antenne: DVB-S und DVB-C
Sascha Hottes
DVB-C: Teuer und spartanisch
Werden digitale Daten über eine Kabelleitung gesendet, dann handelt es sich um DVB-C - das "C" steht für Cable. Wesentlicher Unterschied sind die Kosten. Während DVB-T und DVB-S lediglich Einmalkosten bei der Einrichtung haben, da Receiver und Schüssel gekauft werden müssen, verlangt DVB-C monatlich Geld und ist daher für die meisten Interessenten eher uninteressant. Zudem ist das Programmangebot im Vergleich zu DVB-S wegen der begrenzten Kabel-Bandbreite auch beschränkt.
Das digitale Kabelangebot in Deutschland steckt noch in den Kinderschuhen. Bis auf Premiere und den öffentlich-rechtlichen Sendern gibt es nur wenige Angebote über Kabel. Meist lassen sich nur kostenpflichtige ausländische Programmpakete per Kabel empfangen. Ansonsten hat der größte de Anbieter Kabel Deutschland sehr viele spezielle Sender im Programm, die nur für individuelle Geschmäcker geeignet sind. Dazu zählen etwa das Kirchenfernsehen Bibel TV, der Gourmetratgeber Wein TV oder Sailing TV, der Fernsehsender für Segelfreunde. Auch Musikfreunde kommen mit MTV Hits, VH1 und anderen Sendern nicht zu kurz. Was fehlt sind eindeutig die bekannten Privatsender RTL, Sat 1 oder Pro 7.
Ein Kabelanschluss für Telefon, Internet und Fernsehen
Ein Vorteil von DVB-C ist die Rückkanal-Fähigkeit, die in manchen Ausbaugebieten vorhanden ist. Damit sind auch andere Dienste, etwa ein Internetanschluss, über die Kabelleitung möglich. Allerdings nur, wenn diese auch vom Betreiber angeobten werden. Kabel Deutschland bietet seinen Kunden einen Internetanschluss an, der sogar bis zu 5.600 kBit/s im Downstream hat. Allerdings kostet das Highspeed-Vergnügen auch eine Stange Geld. In Zukunft will Kabel Deutschland auch Telefonanschlüsse über die Leitung anbieten.
Trotz Privatisierung der Kabelnetze in den letzten Jahren, existiert leider immer noch ein Quasi-Monopol unter den Kabelanbietern. Die Anbieter Kabel Deutschland und Co. teilen sich Deutschland in Bundesländer auf. Für Kunden bedeutet das, dass nur auf das Angebot zurückgegriffen werden kann, das vom regionalen Kabelanbieter angeboten wird.
Fazit
DVB-C ist wegen der hohen Kosten kein Konkurrent zu DVB-T oder DVB-S. Das Digitalfernsehen über die Satschüssel bietet die meisten Programme und nur unwesentlich teurer bei der Anschaffung als das Überallfernsehen per Zimmerantenne. Letzteres könnte mit steigender Anzahl der Programme aber weiter an Bedeutung gewinnen. In Gebieten wo es aber nur wenige Sender gibt, die ihr Programm digital aussenden ist DVB-T keine Alternative.
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