Back to the Roots

20 Jahre Amiga: Remember the Time?

Wer denkt nicht gern an seine Jugend zurück? Ich bekam meinen ersten Computer zu meinem zwölften Geburtstag, es war im Sommer 1991. Es war ein Amiga 500, natürlich. Damals hatte jeder einen. Die armen Kinder mit PC- oder gar Atari waren in den meisten Fällen aufgeschmissen. Und wie sooft gibt es viele Anekdoten aus der Amiga-Zeit.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Zuverlässig? Pustekuchen!
  2. 2Aufgebaut und eingerichtet in 5 Minuten
  3. 3Mos Eisley ist ein Dreck dagegen
  4. 4Natürlich wurde auch gekauft
  5. 5Starke Software, starker Rechner
  6. 6Rätselhafter Joystick-Tod
  7. 7Action Replay: Cheaten in der Kommandozeile
  8. 8Weg vom Amiga

Zuverlässig? Pustekuchen!

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Wer behauptet, der Amiga sei zuverlässig gewesen, der sei eines besseren belehrt: Auch der Amiga hatte seine Abstürze, meist in Form von Guru Meditations, dem charmanten Gegenstück zum Bluescreen bei Windows XP. Da half nicht einmal ein Reset. Witzigerweise hatte der Amiga 500 aber auch keine Reset-Taste, da half nur der Druck auf den Kippschalter, der den Rechner an- und ausschaltete.

Doch fangen wir einfach mal vorne an. Rund 1000 DM legten meine Eltern damals für das Gerät samt flimmerndem Bildschirm hin und zwar in einer Special-Edition. Special Edition bedeutete zuerst einmal, dass dem Rechner ein paar Extras beilagen, dazu zählten vor allen Dingen ein paar Spiele, zum Beispiel Ports of Call, eine Handelssimulation über das Reederei-Wesen.

Aufgebaut und eingerichtet in 5 Minuten

Der Computer war schnell aufgebaut. Da der Amiga an sich ein All-in-One-Rechner war, brauchte es nur wenige Kabel: Eines zwischen Rechner und Bildschirm, die Maus am Joystick-Stecker und natürlich das Netzkabel. Für Sound musste noch ein Cinch-Kabel zwischen Rechner und Boxen gespannt werden, wobei der Bildschirm bereits Boxen eingebaut hatte, fertig. Eine Motorola-CPU mit 7 Megahertz und satte 512 Kilobyte Arbeitsspeicher standen zu meiner Verfügung.

Von Installationen oder Betriebssystemen musste man seinerzeit nichts wissen. Ein Bildschirm forderte zum Einlegen einer Diskette ein und schon ratterte das eingebaute Diskettenlaufwerk los. Nichts mit Vise oder Installer, das Spiel startete von ganz alleine, so wie heutzutage CDs unter Windows. Je nach Umfang des Spiels konnte es nach wenigen Sekunden oder Minuten Ladezeit losgehen. Der Amiga war ja hauptsächlich zum Spielen gekauft worden. Und das konnte man mit der Maschine wirklich gut. Das erste Spiel war ein direkt für 10 Mark gekaufter Space-Invaders-Klon gewesen.

Diskettentausch für Profis

Am nächsten Morgen wurde die Neuanschaffung erst einmal in der Schule verkündet. Zweck der Aktion: Man wollte in die klassische Filesharing-Gemeinde aufgenommen werden. Damals war noch nichts mit MP3s oder DVDs, getauscht wurden Spiele und zwar auf Diskette. Diese fassten satte 880 Kilobyte und manch ein Profi hatte bereits Zugang zu Mailboxen, dem Vorgänger des Internets, in denen Cracker ihre geknackte Software zum Download anboten.