Hungersnot macht erfinderisch
Kurztest: Muzzle
Um dieses Game wird Sie ihre Katze beneiden, denn hier darf ausnahmsweise der Mensch mit Mäusen spielen.
Rot-Grün ist überall. Sogar in den Mauselöchern der Republik kann die Depression mit Pfoten gegriffen werden. Weil die nimmersatten Nager kaum noch Essbares finden, entwickeln sie eine Maschine, die den Mundraub revolutionieren soll.
Das Ergebnis der Mäusemechaniker ist ein x-förmiges Gefährt, das wahlweise im Uhrzeigersinn (rechte Maustaste) rotiert oder in die entgegengesetzte Richtung (linke Maustaste). Auf diese Weise können Objekte auch aus Ecken befreit werden. Stellvertretend für die Maus, die an Bord des Vehikels sitzt, versucht der Spieler binnen möglichst kurzer Zeit Süßwaren, Würste oder Hamburger ins Mauseloch zu bugsieren.
Guten Rutsch
Erschwert wird dies u. a. durch Gummibänder, die an manche Fressalien geknüpft sind und diese wild umher schnalzen lassen. An anderer Stelle können physikalische Kräfte durchaus hilfreich sein. Große Nahrungsbrocken, die in keine Mäusebehausung passen, lassen sich gegen Wände schmettern und danach in Häppchen abtransportieren.
Gesteuert wird die Maus mit der Maus. Es bedarf jedoch einer ruhigen Hand, will man die sensiblen Rutschpartien und Schieberätsel nicht "vermuzzlen". Das multiplayerfähige Geschicklichkeitsspiel pendelt sich ein zwischen Pong und Eishockey, gleicht aber weder dem einen noch dem anderen.
Fazit: Muzzle könnte Tüftlern gefallen. Für Grobmotoriker muss das 10 Euro-Spiel die Höchststrafe sein.
