Musikdienste: Sind 79 Cent-Songs zu billig?
Apple: "Wir sind auch ohne Mischkalkulation profitabel"
Musicload verkauft seine Songs meist weitaus teurer als der Rivale aus Amerika. Ein einzelner Songs kostet bis zu 1,59 Euro. Einheitspreise gibt es nicht. Eine ähnliche Strategie haben auch andere Musikdienste in Deutschland mit einer durchaus schlüssigen Argumentation. Warum sollte ein Chart-Song auch 99 Cent kosten wie ein weitaus schlechter platzierter? Warum ein 3-Minuten-Song genauso viel wie ein 7-Minuten-Song?
Gegen die Attacken verteidigte sich Apple-Finanzboss Peter Oppenheimer schon vor einiger Zeit bei Veröffentlichung der Quartalszahlen. Demnach hat der iTunes Music Store längst die Gewinnschwelle erreicht. Der deutsche Apple-Sprecher Frank Limbacher bestätigte, dass der iTunes Music Store nicht nur durch iPod-Verkäufe subventioniert wird. "Der iTunes Music Store arbeitet auch ohne Mischkalkulation profitabel," so Limbacher. Auf die Frage, ob man mit 99 Cent-Songs überhaupt Gewinne machen kann und ob nicht GEMA und Co. von ihren Forderungen abweichen müssten, antwortete Limbacher sehr direkt: "Wie man am iTunes Music Store sehen kann, sind 99 Cent machbar!"
So begrüßenswert eine Diskussion über Preise bei Online-Musikdiensten ist, eines darf auch T-Online nicht vergessen. Letztlich war es der iTunes Music Store von Apple, der einer ganzen Branche zum Durchbruch verholfen hat. Davon hat nicht nur der iPod profitiert sondern auch andere Musikdienste - wie Musicload.
Bei allen Streitereien untereinander sollten Musikdienste und Musikindustrie aber auch nicht die Konsumenten vergessen. Viele Käufer interessiert weniger der Preis, auch wenn natürlich günstige Angebote lobenswert sind. Das sieht man recht gut am Beispiel Musicload/iTunes. Nicht der wesentlich günstigere iTunes Music Store verkauft in Deutschland die meisten Songs online sondern der rosa Riese. Wichtiger als die Preisdiskussion sollte Gedankenarbeit über Rechtemanagement sein. Kunden sollten die gekaufte Musik uneingeschränkt nutzen können. Wahrscheinlich haben die strengen DRM-Restriktionen mehr Online-Nutzer zum Musikkaufen in Russland verführt als günstige Preise.
