Spannender als ein öder Globus
Google Earth vs. Nasa World Wind
Patrick Woods
So gibt es Markierungen mit Hinweisen von anderen Nutzern oder Stellen, für die Detailfotos und sogar 360-Grad-Panoramabilder angefertigt wurden. Diese werden an den so genannten "Landmarks" verlinkt. Google zeigt sein grünes Gewissen, wenn der Nutzer die Overlays der Kategorie "Globales Denken" aktiviert. Nun werden Symbole vom WWF und der UNEP eingeblendet, die auf Umweltkatastrophen aufmerksam macht. Überflutung in China, rasant wachsende Städte in Brasilien oder Dürren in Afrika: Zu allem gibt es Hintergrundinformationen. Auch die menschlichen Schicksale werden dabei berücksichtigt.
Besonders aufwändig ist dabei die Zusammenstellung des "United States Holocaust Memorial Museum". Dieses hat ein Special zur Krise in der sudanesischen Region um Dafur geschaffen. Der Google Earth-User bekommt hier Koordinaten angezeigt, wo Dörfer beschädigt und zerstört wurden. Um das tragische Geschehen vor Ort plastischer zu machen, gibt es Fotos und Zeugenaussagen. Weitere Icons zeigen Flüchtlingscamps und deren Größe an. Geo-Software als Fernrohr auf die Problemzonen unserer Erde.

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Die Geschehnisse in Dafur mitverfolgen
(Klick vergrößert.)
Andere Dienste, die per Overlay Informationen anbieten, sind beispielsweise Panoramio für Fotos von der beftreffenden Sehenswürdigkeit, Artikel von Wikipedia und dem Magazin Geo oder FoxyTag, das Blitzer anzeigt, die per Handy gemeldet wurden. Andere Nutzer erstellen auch selbst eigene Dateien für Google Earth. Wenn die Ebene für die "Google Earth-Community" aktiviert ist, weisen blaue Ausrufezeichen den Weg zu Hinweisen und Kommentaren anderer. Oft verbirgt sich dort ein Link, wo Erweiterungen wie selbst geschaffene Übersichten zu bestimmten Themen heruntergeladen werden können.

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Sind alle Overlays gleichzeitig aktiviert, wird es unübersichtlich.
Den gesamten Funktionsumfang von Google Earth mit wenigen Absätzen zu beschreiben, ist kaum möglich. Das praktische Lineal, um Entfernungen zu messen, die beeindruckenden Flüge zwischen mehreren Koordinaten, die dreidimensionalen Gebäude und viele weitere Dinge, die oft erst durch Eigenleistung von anderen Nutzern zustandekommen.
Download: Google Earth
Google stehen mit seinem digitalen Globus nicht alleine da. Die US-Weltraumbehörde Nasa hat ihren eigenen Geo-Dienst auf die Beine gestellt. World Wind funktioniert ganz ähnlich wie die Konkurrenz von Google. Eine Software auf dem PC bildet die Grundlage, die Bilddaten werden über das Internet geladen. Im Gegensatz zu Google Earth gibt es World Wind jedoch nur für Windows-Systeme. Der Download ist annähernd gleich groß: Etwa 16 Megabyte müssen durch die Leitung fließen, ehe das Programm installiert werden kann. Um zu funktionieren, benötigt die Software die .NET-Umgebung von Microsoft.
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