Jetzt droht eine Millionen-Strafe

mp3s4free: Betreiber und Provider verurteilt

Im Verfahren gegen den mp3s4free-Betreiber Stephen Cooper hat ein Gericht in Sydney den Angeklagten für schuldig befunden. Gleichzeitig - und das ist das besondere an dem Verfahren - wurde auch der Provider von Cooper verurteilt. Nach Ansicht des Gerichts kann ein Internet Service Provider "unter Umständen zur Rechenschaft gezogen werden, wenn er eine solche Seite hostet." Das Strafmaß steht noch aus.

Der Provider ComCen und einige seiner Mitarbeiter wurden verurteilt, weil sie von den illegalen Aktionen des Kunden wussten, aber nichts dagegen unternommen haben. Das richtungsweisende Urteil in Australien schließt damit Provider nicht kategorisch als unschuldig aus. "Dies ist ein bedeutender Schlag im Krieg gegen die Piraterie", freut sich Michael Kerin, der Piratenjäger im Auftrag der Industrie über das Urteil.

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136 Millionen Songs verteilt

Cooper hatte von November 2002 bis Oktober 2003 auf seiner Webseite mp3s4free.net über sieben Millionen Besucher angezogen, die illegale Musikdateien herunterladen konnten. Er selbst sei nur eine Linkliste gewesen, behauptete der ehemalige Polizist vor Gericht. Das sei nach seiner Ansicht nicht strafbar, "immerhin verlinken auch Suchmaschinen und Verzeichnisse wie Google und Yahoo auf illegale Angebote."

Nach Ansicht der "Music Industry Piracy Investigations" des australischen Branchenverbands ARIA wurden während der elf Monate ungefähr zwei Terabyte an Musikdateien transferiert und 136 Millionen Songs angefragt. Die ARIA bekam nun Recht zugesprochen. Cooper, den die ARIA den "größten Internetpiraten Australiens" nennt, drohen nun Schadensersatzforderungen von bis zu 500 Millionen australischen Dollar - 290 Millionen Euro.

In Deutschland sorgte die ähnlichen Fälle Bockwurst und ftpwelt für Aufsehen. Die ftpwelt-Betreiber hatten illegal Videos, Songs und andere Dateien angeboten. Anders als bei mp3s4free.net mussten die Kunden jedoch einen Mitgliedsbeitrag zahlen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen die Betreiber, aber auch gegen die Kunden des Dienstes. Da offensichtlich illegal Dateien angeboten wurden, droht auch den Kunden des Dienstes eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren.

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