Warum Linux nicht gewinnt

Kolumne: Warum niemand auf Linux umsteigt

Sympathisch! Das ist so ziemlich der erste Gedanke, den jeder Computer-Anwender hat, wenn er das erste Mal mit Linux in Kontakt tritt. Normalerweise ist das irgendwo in der einschlägigen Fachpresse, wenn irgendein Redakteur in einer Phase besonderen Windows-Ärgers mal wieder umsteigen wollte und seinen Chef zu einem Linux-Special überredet hat, inklusive Heft-CD.

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Inhaltsverzeichnis

  1. 1Tux, der dicke, zufriedene Pinguin
  2. 2Es geht um Linux
  3. 3Wenn es nur die Viren wären
  4. 4Root-User und Treiber-Krisen
  5. 5"Wo gibt's den Treiber?"
  6. 6Distributionen-Wirrungen
  7. 7Reuige Rückkehr
  8. 8Linux: Die perfekte Utopie
  9. 9Der berufliche Erfolg bleibt versagt
  10. 10Back to the Roots

Auf dem Cover klebt sie dann, die CD oder DVD, meist befindet sich eine abgespeckte SuSE- oder RedHat-Distribution darauf, die meist sogar ohne Installation direkt von CD startet. Auf dem Cover steht: "KOSTENLOS: Linux für alle" oder "Volks-Linux", vielleicht sogar: "Das bessere Betriebssystem für umsonst." Wenn das Heft erscheint hat der zuständige Redakteur längst seinen Ärger mit Windows beigelegt und beide, Betriebssystem und Redakteur, arbeiten wieder als Team.

Tux, der dicke, zufriedene Pinguin

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Der vorsichtige Leser rührt die Heft-CD natürlich nicht an, bevor er nicht einen Blick in den Artikel wirft. Und da kommt er, der Aha-Moment. Der, in dem jeder dieses warme Gefühl der Sympathie in der Bauchhöhle bekommt. Ein dicker, zufriedener Pinguin mit Entenfüßen grinst ganzseitig aus dem Heft. Eine Mischung aus Buddha, einem Kellner und Linus Torvalds, dem Linux-Erfinder, zumindest im Gesicht.

Im Artikel, dem "Linux-Special" steht dann "alles über den Umstieg auf das alternative Betriebssystem". Und natürlich hat jeder Windows-Ärger, wodurch die die Verkaufszahlen natürlich in die Höhe schnellen. Vermutlich machen sich Linux-Themen genau so gut wie "DVDs richtig brennen" und "So knacken Sie jeden Kopierschutz"-Themen, die die großen Computermagazine gerne im Quartalsrhythmus breit treten.

Es geht um Linux

Der Artikel im Heft, egal ob zu Linux, DVD-Brennen oder Kopierschutzknacken ist dann nicht selten irgendwie zu kurz. Und verschweigt die nötigen Grundprinzipien zum Verständnis. Stattdessen wird erklärt, wie man die Live-Linux-CD bootet oder wie man Nero bedient oder eben Clone-CD, obwohl das ja eigentlich total verboten ist, weil Kopierschutzknacker. Aber egal, es geht hier schließlich um Linux.

Der Artikel erklärt also die Benutzung der Live-CD und wenn die Redakteure noch ein bisschen Zeit und Lust hatten, vielleicht eine Erste-Schritte-Anleitung: "Klicken Sie auf 'Programme' um Programme zu öffnen" - eine Stilblüte, die man sonst nur der Microsoft-Benutzerführungsabteilung zutrauen würde, lässt sich durchaus auch in den Heften finden. Das war es dann aber auch.

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