Lohnen sich Musik-Abo-Dienste in Deutschland?
Fazit
Zum Thema Abo-Dienst heißt es vom kleinen Indie-Anbieter finetunes "No comment". "Aber es gibt sicherlich spannende Möglichkeiten im Bereich Flat-Fee, und Abo-ähnlichen Modellen. Jedoch glauben wir nicht an das Vermieten von Musik," so Felix Segebrecht vom Hamburger Musikdienst. Musik kann man seiner Meinung nach auch günstiger anbieten: "Generell lässt sich sagen, dass sicherlich alle Beteiligten der Wertschöpfungskette auf ein paar Punkte verzichten könnten, wenn klar wäre, dass dadurch mehr Musik verkauft wird."
Um die Musikdienste bekannter zu machen, wäre ein günstiger Preis sinnvoll. "Es wäre zumindest unter bestimmten Gesichtspunkten nicht schlecht, wenn alle Beteiligten einen neuen Markt durch niedrige Preise/Gebühren anfangs fördern, um diese ggf. später zu erhöhen. Auf jeden Fall aber ist die GEMA unverzichtbar und wichtig und wie wir alle in diesem neuen Geschäft in einer Phase der Marktbeobachtung," so Segebrecht gegenüber netzwelt.
Der Grund, warum die Musikdienste in Deutschland keine Napster-Abo-Modelle anbieten können, liegt sicher nicht an den Musikdiensten selbst. Die meisten Dienste haben bereits Überlegungen und werden auf kurz oder lang sicher ein Abo-ähnliches Modell präsentieren.
Es sind vielmehr die hohen Kosten rund um die Streams, die das Abo-Modell noch nicht zum Durchbruch verhelfen. Wie unser Rechenbeispiel zeigt, sind in erster Linie die GEMA und die Payment-Gebühren ein erheblicher Brocken in der Kalkulation. Deswegen werden sich die meisten Musikdienste voll auf den Verkauf von Einzeltracks oder Alben konzentrieren.
Napster wagt trotzdem den Schritt in den deutschen Markt wie man uns gegenüber versicherte. Bis Ende des Jahres wird der Dienst in Deutschland starten und damit vielleicht zum Umdenken bei einigen Parteien in der langen Wertschöpfungskette des digitalen Downloadvertriebs sorgen.
