Lohnen sich Musik-Abo-Dienste in Deutschland?

Napster kommt mit "portabler Musikflatrate"

Apple plant nach eigenen Angaben keinen Abo-Dienst. Der iTunes-Music Store bleibt bei den 99-Cent pro Song und 9,99 Euro je Album. Der neue Musikdienst one4music will ebenfalls beim klassischen Modell bleiben. "Es ist kein Abo-Dienst geplant, da wir uns mit den 95 Cent pro Track sowieso am unteren Ende der Fahnenstange bewegen," so Oliver Ückerseifer vom Regensburger Musikdienst one4music gegenüber netzwelt. "Abo-Dienste sind Mischkalkulationen, die meiner Meinung nach nicht aufgehen werden bei den derzeitigen Einkaufspreisen." AOL denkt auch über weitere Abrechnungsmodelle nach. "Es gibt verschiedene Ideen an denen wir arbeiten, um unser Musik Downloads Angebot zu erweitern. Welche das konkret sind können wir allerdings noch nicht verraten," so Tobias Riepe von AOL auf Nachfrage von netzwelt.

Apple-Konkurrent Napster will sein amerikanisches Modell nach Deutschland bringen. Die genauen Konditionen stehen zwar nocht nicht fest, dennoch gibt man sich zuversichtlich. "Die Zielsetzung von Napster ist es in Deutschland einen stark auf den deutschen Markt ausgerichteten Dienst zu launchen. Dies beinhaltet u.a. einen größtmöglichen deutschen Katalog und deutsche Bezahlverfahren. Diese Themen müssen vorbereitet werden," äußerte sich vor einigen Tagen Thorsten Schliesche von Napster gegenüber netzwelt.

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Was Napster anders macht als wir in unserem fiktiven Downloadshop, das konnte (und wollte) man uns nicht verraten. "Der Launch wird bis Ende des Jahres erfolgen," so Schliesche. Und dann werden wir sehen, ob sich Napster verzettelt oder das Patentrezept zum Geldverdienen gefunden hat.

Günstigere Preise von Labels und GEMA wünschenswert

Was muss sich ändern, damit Musik-Dienste attraktiver wären in Deutschland und vielleicht sogar Abo-Modelle möglich sind? "Der Online-Musikverkauf ist noch in der Entwicklung, muss sich sehr flexibel auf die Bedingungen des Marktes einstellen und arbeitet mit günstigeren Preisen als der physische Handel. Entsprechend wäre es natürlich wünschenswert, wenn die GEMA diese Umstände in ihren Bewertungen berücksichtigen könnte," so Frommhold. Die GEMA-Gebühren abschaffen will keiner der befragten Musikdienste, sichern sie doch die Rechte der Texter und Komponisten. Günstiger sollen sie sein und dem digitalen Vertrieb angepasst.

"Ich halte die Wahrung der Rechte der Künstler durch die GEMA für eine sehr wichtige Sache und ich finde sie auch auf eine gewisse Art und Weise gerecht," so Ückerseifer. "Die Verbreitung "elektronischer Musik" verursacht keine (oder fast keine) Logistikkosten, keine Lagerhaltung im eigentlichen Sinn,kommt fast ohne Beschädigungen aus (CD Hüllen), macht auch sonst für die Labels und die GEMA weniger Arbeit als der klassische Verkauf von daher bin ich der Meinung, dass sich die Einkaufskonditionen für Reseller wie uns und die Kollegen von Musicload und iTunes usw. hier verbessern müssen," erklärt Ückerseifer gegenüber netzwelt.