Wein, selbsterklärend
RFID: Die sprechende Weinflasche
Sicherheit
Vorbei die Zeiten, als nur bestimmte Restaurants mehrere Weinsorten führten. Damals gab es ausgebildete Weinkellner, die sogenannten Sommeliers. Daraus ergibt sich ein Problem: Weinkellner können kaum etwas über die Weinsorten erzählen. Mit Hilfe von RFID lässt sich dieser Umstand aber recht einfach lösen.
Laut einer Pressemeldung von Reuters gibt es nun eine sprechende Weinflasche. Diese ist selbstständig in der Lage, Kellner, Gäste und Konsumenten über ihren Inhalt aufzuklären. Der Chip übernimmt den Job des Sommeliers und erklärt, um was für eine Sorte es sich handelt, wo er herkommt, wie es am besten genossen wird und wie er sich beim Kochen oder Abendessen am besten dosieren lässt.
Professionelle Schluckspechte
Erfunden wurde die sprechende Weinflasche vom italienischen Weinunternehmen Modulgraf. Unternehmenssprecher Daniele Barontini: "Die Idee ist es, den Oenologen an den Tisch zu bringen, so dass jeder Wein sich selbst in der ersten Person erklären kann." Ein Oenologe ist ein Weingelehrter, das ist tatsächlich ein Beruf, den es zu erlernen gibt.
Die Flasche erklärt also ihren Inhalt, aber wie macht sie das? Ein RFID-Chip im Etikett der Flasche gibt seine Weisheiten an ein Lesegerät auf dem Tisch weiter. Dieses erklärt dann den Wein anhand der vom Etikett gelieferten Informationen. Insofern spricht nicht die Weinflasche, sondern streng genommen das Lesegerät auf dem Tisch. Die Weinflasche liefert nur die nötigen Angaben, mit deren Hilfe der Wein erkannt werden kann.
Verhindert Fälschungen
"Wir hoffen, unser sprechendes Wein-Etikett in Restaurants, Weingeschäften und Weinproben etablieren zu können", so Barontini. Das Lesegerät hat in etwa die Größe einer Zigarettenschachtel und ist deshalb auch tragbar, kann also zur Weinprobe mitgenommen werden. Doch das ist nicht alles: "Sie können auch Musik im Etikett integrieren", so Barontini. Das Lesegerät spielt, was das Label von sich gibt.
Vorzüge der sprechenden Flasche: Fälschungen werden erschwert, zumindest solange die Fälscher sich nicht einfach alte Etiketten mit dem Chip beschaffen. Wohl deshalb haben auch bereits große Wein-Unternehmen ihr Interesse bekundet. Auch ein deutscher Ingenieur hat sich eine Lizenz besorgt, und das, obwohl das System bisher nicht einmal einen Namen hat.
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