Sony Connect: Europäischer Musikdienst im Test
MP3s auf Umwegen
Die Bezahlung erfolgt nach dem Ausloggen über den Warenkorb. Es stehen drei verschiedene Bezahlmöglichkeiten zur Verfügung: Gutschein, Bankeinzug und Kreditkarte. Für die letzten beiden Methoden müssen entsprechende Daten hinterlegt werden. Die Abrechnung erfolgt über den Payment-Dienstleister Wire Card. Der Download startet automatisch, nachdem Sie Ihr Passwort bestätigt haben. Fast zeitgleich erhalten Sie eine Rechnung über die bestellten Songs.

Die Songs finden sich dann in der "Bibliothek" von Sonic Stage wieder. Dort können sie sortiert, abgespielt und in eine Wiedergabeliste einsortiert werden. Um den Zugriff auf eine riesige Sammlung zu ermöglichen, hat Sony seiner Software diverse Suchkriterien spendiert. In Sonic Stage kann die Musik nach verschiedenen Kriterien sortiert und organisiert werden. Die Suche ist über ein integriertes Alphabet oder eine "Schnellsuche" möglich. Songs werden im Hauptbereich mit Cover, Albumname, Künstler, Titel, Dauer, Import- und Erscheinungs-Datum angezeigt.
Mit Sonic Stage lassen sich auch Alben brennen, in den Formaten MP3 und ATRAC, aber auch als Audio-CD. MP3-CD? Klingt praktisch, damit bekomme ich meine Songs direkt ins MP3-Format konvertiert, der Kopierschutz ist ausgehebelt und ich kann mit der Musik ALLES machen... Falsch gedacht. Bei Sony Connect gekaufte Musik lässt sich zwar auf CD brennen. Aber nur als Audio-CD oder als ATRAC-CD.
MP3s von Sony erhält man. Wenn auch auf Umwegen. Indem man sich eine Audio-CD erstellen lässt und diese dann mit einer anderen Software ins MP3-Format rippt. Der "alte Trick" des Transkodierens funktioniert natürlich bei allen Musikdiensten die Songs mit Kopierschutz ausliefern, gleichzeitig aber das Brennen als Audio-CD erlauben. Natürlich gibt es bei solchen Vorgängen Qualitätsverluste, wer aber unbedingt MP3s haben will der kommt so an diese heran. Da kein Kopierschutz geknackt wurde, dürfte dieser Vorgang auch aus urheberrechtlicher Sicht legal sein und zeigt einmal mehr die Sinnlosigkeit von Kopierschutztechnologien.
Fazit
ATRAC als gewähltes Dateiformat ist sicher der größte Kritikpunkt, den Connect bietet. Immerhin gelten die gleichen Einschränkungen wie bei WMA-Songs: Songs lassen sich nicht ohne weiteres brennen, überspielen oder weitergeben.
Sonic Stage lief im Test einwandfrei, das Brennen auf CD funktionierte, Musik sortieren und Wiedergabelisten zu erstellen ist kein Hexenwerk. Dennoch schränkt eine "Zwangssoftware" Nutzer ein. Man kann die ATRAC-Musik nur mit Sonic Stage abspielen und brennen. Andere Programme sind nicht zugelassen. Wer zufällig bei Connect vorbeisurft, der kann keine Musik aus dem Browser heraus kaufen. Dafür muss zuerst Sonic Stage installiert werden.
Bei aller Kritik gegen das Dateiformat und Sonic Stage. Punkten konnte Connect vor allen Dingen in Sachen Benutzerführung. Eine intelligente Suchmaschine und redaktionelle Betreuung der Künstlertexte sind längst nicht selbstverständlich. Insbesondere die Suchmaschine verhindert mögliche Frust-Erlebnisse.
Bei den Preisen gibt es ebenfalls nicht viel zu meckern. Die Einzelsongs gibt es bei anderen Musikdiensten vielleicht billiger. Die Albenpreise sind aber durchaus mit handelsüblichen Preisen zu vergleichen und oftmals sogar günstiger.
Schade, dass das Umdenken in Sachen ATRAC und MP3 noch nicht bis zum Musikdienst reicht. Hätte Sony Connect kein ATRAC sondern MP3, dann wäre es eine der besten Online-Musikdienste und ein ernstzunehmender Konkurrent zum iTunes Music Store.
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Musikdienst hier.
