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Sony Connect: Europäischer Musikdienst im Test
ATRAC für Europa

von Sascha Hottes Uhr veröffentlicht

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Sony wollte alles in Sachen Online-Musik haben: Musik, Hardware, Dateiformat und ein eigener Musikdienst sollten die Wertschöpfungskette möglichst von vorne bis hinten abdecken. Die Monopolisierung des internationalen Online-Musikmarktes hat nicht geklappt. Es wurde sogar still um Sony Connect. netzwelt.de hat den europäischen Musikdienst des Elektronikriesen getestet und sagt Ihnen, ob eine Installation der Software lohnt.

Sony wollte alles in Sachen Online-Musik haben: Musik, Hardware, Dateiformat und ein eigener Musikdienst sollten die Wertschöpfungskette möglichst von vorne bis hinten abdecken. Die Monopolisierung des internationalen Online-Musikmarktes hat nicht geklappt. Es wurde sogar still um Sony Connect. netzwelt.de hat den europäischen Musikdienst des Elektronikriesen getestet und sagt Ihnen, ob eine Installation der Software lohnt.

Vor dem Download-Vergnügen steht die Registrierung. Die ist notwendig um die Sonic Stage Software herunterladen zu können. Mit der kann man dann letztlich auf den Musikdienst zugreifen. Sony hatte als Ziel ein ähnliches Tandem aufzubauen wie Apple mit dem iPod und iTunes. Allerdings hatte die Sonic Stage Software einige Macken, wie mehrmals von uns bei diversen MP3-Player-Tests bemängelt. Vom hauseigenen Dateiformat ATRAC ist man mittlerweile auch ein wenig abgewandert.

Zumindest bei der Hardware setzt der Elektronikriese neben ATRAC auch auf MP3. Beim Musikdienst heißt es allerdings nach wie vor: Nichts geht ohne ATRAC und Sonic Stage. Dabei hat Sony eine Bitrate knapp über den 128 kBit gewählt, die Musicload und iTunes haben. Die ATRAC-Dateien werden mit einer Bitrate von 132 kBit/s angeboten.

Sony nutzt die Registrierung auch für die eigene Marketingabteilung. Wer sich registriert, der willigt ein, dass "die über diese Website oder anderweitig mitgeteilten persönlichen Daten [...] von Sony e-Solutions Europe B.V. und den weltweiten Sony-Konzerngesellschaften [...] für Informationen, Angebote und Lieferungen über Waren und Dienstleistungen, für andere Marketingzwecke [...] genutzt werden können." So steht es in den AGB.

Sony Connect

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Daten für die Marketingabteilung

Nach der Registrierung kann man sich durch das Sortiment von Connect wühlen. Insgesamt stehen über 300.000 Songs zur Auswahl. Ein Großteil davon machen Titel der Major-Labels aus, nur ein Bruchteil der Songs stammen von den kleineren Indie-Labels. Auf der Startseite von Connect finden sich Neuheiten, News, der Künstler der Woche, Exklusive Titel und eine Top-Ten. Insgesamt wirkt der Shop sehr gut strukturiert und nicht zu überladen.

Pluspunkt für Connect. Als bisher einziger Testkandidat bietet der Sony-Musikdienst eine intelligente Suchmaschine. Sucht ein Nutzer nach "Schakira", zeigt Sony dennoch die gesuchte Sängerin "Shakira" in der Ergebnisliste an. Das klingt unbedeutend, wenn Sie sich aber vor Augen halten, dass die großen Musikdienste weit mehr als 100.000 Songs im Archiv haben, dann bleibt die Suchmaschine häufig das effektivste Instrument bei der Suche nach dem Wunsch-Interpreten. Werden Kunden mit "Schakira" ausgesperrt, dann meiden sie vermutlich den Musikdienst und wandern zur Konkurrenz ab.

Und noch ein Pluspunkt für Sony! Während andere Musikdienste lediglich die Download-Daten emotionslos anzeigen, findet der Nutzer im Musikshop viele zusätzliche Infos zum Künstler. Neben News und Discographie wird auch eine komplette Biographie angezeigt. Zwar nicht zu allen Künstlern, dafür findet sich bei manchen aber sogar noch eine "Albenbesprechung", dass sind Kritiken von externen Redaktionen, die Sony zusätzlich eingepflegt hat.

Vernünftige Albenpreise

Die Preise von einzelnen Songs schwanken von 0,99 Euro bis 1,69 Euro und liegen damit in etwa auf Musicload-Niveau aber weit über den iTunes-0,99-Euro. Komplette Alben kosten zwischen 9,99 Euro und 12,99 Euro, was ebenfalls in etwa dem Marktdurchschnitt entspricht. Vergleicht man den Preis für das aktuelle Top-Album X&Y von Coldplay mit dem Amazon-Preis, dann kommt Sony sogar deutlich günstiger weg. Ganze zwei Euro spart man bei der digitalen Version des Albums wenn man diese bei Sony einkauft.

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Connect bietet seine Downloads nur im ATRAC-komprimierten (Adaptive TRansform Acoustic Coding), digitalen Dateiformat "OpenMG Audio" (.oma) an. Darin befinden sich auch die Informationen zur digitalen Rechteverwaltung, die beispielsweise das Brennen auf CD limiert. Alle bei Connect erhältlichen Titel dürfen mindestens bis zu 3 Mal gebrannt werden. Die Titel dürfen auch bis zu drei Mal auf MP3-Player kopiert werden.

Die Bezahlung erfolgt nach dem Ausloggen über den Warenkorb. Es stehen drei verschiedene Bezahlmöglichkeiten zur Verfügung: Gutschein, Bankeinzug und Kreditkarte. Für die letzten beiden Methoden müssen entsprechende Daten hinterlegt werden. Die Abrechnung erfolgt über den Payment-Dienstleister Wire Card. Der Download startet automatisch, nachdem Sie Ihr Passwort bestätigt haben. Fast zeitgleich erhalten Sie eine Rechnung über die bestellten Songs.

Automatischer Download bei Sony Connect

MP3s auf Umwegen

Die Songs finden sich dann in der "Bibliothek" von Sonic Stage wieder. Dort können sie sortiert, abgespielt und in eine Wiedergabeliste einsortiert werden. Um den Zugriff auf eine riesige Sammlung zu ermöglichen, hat Sony seiner Software diverse Suchkriterien spendiert. In Sonic Stage kann die Musik nach verschiedenen Kriterien sortiert und organisiert werden. Die Suche ist über ein integriertes Alphabet oder eine "Schnellsuche" möglich. Songs werden im Hauptbereich mit Cover, Albumname, Künstler, Titel, Dauer, Import- und Erscheinungs-Datum angezeigt.

Mit Sonic Stage lassen sich auch Alben brennen, in den Formaten MP3 und ATRAC, aber auch als Audio-CD. MP3-CD? Klingt praktisch, damit bekomme ich meine Songs direkt ins MP3-Format konvertiert, der Kopierschutz ist ausgehebelt und ich kann mit der Musik ALLES machen... Falsch gedacht. Bei Sony Connect gekaufte Musik lässt sich zwar auf CD brennen. Aber nur als Audio-CD oder als ATRAC-CD.

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MP3s von Sony erhält man. Wenn auch auf Umwegen. Indem man sich eine Audio-CD erstellen lässt und diese dann mit einer anderen Software ins MP3-Format rippt. Der "alte Trick" des Transkodierens funktioniert natürlich bei allen Musikdiensten die Songs mit Kopierschutz ausliefern, gleichzeitig aber das Brennen als Audio-CD erlauben. Natürlich gibt es bei solchen Vorgängen Qualitätsverluste, wer aber unbedingt MP3s haben will der kommt so an diese heran. Da kein Kopierschutz geknackt wurde, dürfte dieser Vorgang auch aus urheberrechtlicher Sicht legal sein und zeigt einmal mehr die Sinnlosigkeit von Kopierschutztechnologien.

Fazit

ATRAC als gewähltes Dateiformat ist sicher der größte Kritikpunkt, den Connect bietet. Immerhin gelten die gleichen Einschränkungen wie bei WMA-Songs: Songs lassen sich nicht ohne weiteres brennen, überspielen oder weitergeben.

Sonic Stage lief im Test einwandfrei, das Brennen auf CD funktionierte, Musik sortieren und Wiedergabelisten zu erstellen ist kein Hexenwerk. Dennoch schränkt eine "Zwangssoftware" Nutzer ein. Man kann die ATRAC-Musik nur mit Sonic Stage abspielen und brennen. Andere Programme sind nicht zugelassen. Wer zufällig bei Connect vorbeisurft, der kann keine Musik aus dem Browser heraus kaufen. Dafür muss zuerst Sonic Stage installiert werden.

Bei aller Kritik gegen das Dateiformat und Sonic Stage. Punkten konnte Connect vor allen Dingen in Sachen Benutzerführung. Eine intelligente Suchmaschine und redaktionelle Betreuung der Künstlertexte sind längst nicht selbstverständlich. Insbesondere die Suchmaschine verhindert mögliche Frust-Erlebnisse.

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Bei den Preisen gibt es ebenfalls nicht viel zu meckern. Die Einzelsongs gibt es bei anderen Musikdiensten vielleicht billiger. Die Albenpreise sind aber durchaus mit handelsüblichen Preisen zu vergleichen und oftmals sogar günstiger.

Schade, dass das Umdenken in Sachen ATRAC und MP3 noch nicht bis zum Musikdienst reicht. Hätte Sony Connect kein ATRAC sondern MP3, dann wäre es eine der besten Online-Musikdienste und ein ernstzunehmender Konkurrent zum iTunes Music Store.

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Sony wollte alles in Sachen Online-Musik haben: Musik, Hardware, Dateiformat und ein eigener Musikdienst sollten die Wertschöpfungskette möglichst von vorne bis hinten abdecken. Die Monopolisierung des internationalen Online-Musikmarktes hat nicht geklappt. Es wurde sogar still um Sony Connect. netzwelt.de hat den europäischen Musikdienst des Elektronikriesen getestet und sagt Ihnen, ob eine Installation der Software lohnt.
http://www.netzwelt.de/news/71856-sony-connect-europaeischer-musikdienst-test.html
2005-07-10 11:10:00
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