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08.07.2005
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Wenn Filesharer nicht wissen, was sie tun

Filesharing-Falle: Wenn Tauschbörsen Privates liefern

Filesharing

Doch zurück zur Privatdaten-Verteilung: Die Betroffenen, die im Rahmen der Netzwelt-Stichproben entdeckt wurden, haben in den meisten Fällen Glück: Sie haben offensichtlich keine höchstgradig brisanten Dateien auf ihren Rechnern, keine Kreditkarten-Quittungen mit Kreditkartennummer, keine Handy-Rechnung und keine vorgefertigten Unterschriften für die Erstellung von Faxen. Auch gescannte TAN-Listen waren nicht zu finden. Absicht oder einfach Glück?

Mehr Glück als Verstand

In den meisten Fällen wohl eher Glück, denn eine Suche nach dem Begriff "Unterschrift" förderte einiges zutage, mit dem sich ordentlich Schindluder treiben lässt. Mehr Glück als Verstand, bildlich gesprochen. Zum Beispiel Blanko-Unterschriften als JPG-Dateien. Wie leicht sich damit Faxe und Briefe fälschen lassen, muss nicht zusätzlich erwähnt werden. Die Ursache sind in den meisten Fällen falsch konfigurierte Upload-Ordner beim Filesharing.

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Tauschbörsen-Fundstücke

Doch wie kann das passieren? Dieses Rätsel ist schnell gelöst: Die meisten Programme und Netzwerke geben den Download-Ordner automatisch als Upload-Ordner frei, gnadenlos inklusive aller Unterverzeichnisse. Wenn der Download-Ordner nun "Eigene Dateien" heißt, ist klar, woher die zahlreichen Fundstücke stammen. Deshalb sollte als Download-Ordner immer ein Ordner gewählt werden, der keine privaten Dateien enthält.

Fazit: P2P - Nichts für Ahnungslose

Eine weitere Fehlerquelle ist fehlende Umsicht. Sucht man nach Begriffen wie "NTdetect.com", also Dateien aus dem Stammverzeichnis einer PC-Festplatte, lassen sich binnen kürzester Zeit Dutzende von Genies finden, die offensichtlich ihre gesamte Festplatte freigegeben haben. Ein Klick auf "Browse Host" bringt Gewissheit, tatsächlich ist die gesamte Festplatte freigegeben. Suchergebnis: Über 20.000 Dateien, die meisten davon Systemdateien.

Einen Schutz gegen die Tauschbörsen-Offenbarung gibt es nicht. Nur das Verantwortungsbewusstsein des Anwenders kann ihn selbst vor weiteren Schäden schützen. Es gibt allerdings einige wenige Dinge, die beachtet werden sollten: Der Download-Ordner sollte immer abseits von privaten Dateien liegen. Zudem lässt sich in manchen Netzen der Upload komplett sperren. Und zuguterletzt: Wer sich in Sachen Windows und Ordnerstrukturen nicht hundertprozentig sicher ist, sollte die Finger von Tauschbörsen lassen. Dann kommen auch keine unerwünschten Briefe und Photos ans Licht.

Autor/in: (mk)


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