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08.07.2005
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Wenn Filesharer nicht wissen, was sie tun

Filesharing-Falle: Wenn Tauschbörsen Privates liefern

Filesharing

Ganz anders sieht die Sache bei Kinderpornographie oder anderen illegalen Inhalten aus: In dieser Hinsicht verstehen deutsche Gerichte selten Spaß. Die Gefahr beim Filesharing ist, dass man sich "versehentlich" entsprechendes Material lädt und es ungesichtet zum Tausch anbietet, ohne zu wissen, was man da eigentlich anstellt. Als Belohnung für das Anbieten von Kinderpornographie - bewusst oder unbewusst - drohen bis zu fünf Jahre Haft.

Genug der Theorie - ein bisschen Spaß muss sein

Doch genug der kruden Theorie. Die Netzwelt-P2P-Suche soll ja einen Überblick darüber verschaffen, was so an privaten Dokumenten und Dateien in die Tauschbörsen eingespeist wird. Auch hier eignet sich das Gnutella-Netz vorzüglich: Bei einigen Clients lassen sich Anbieter aus bestimmten Ländern bevorzugen. Und natürlich wählt das Recherche-Team "Deutsch", um dem Treffsicherheits-Gott ein wenig nachzuhelfen. Übrigens mit Erfolg.

Die gewählten Suchbegriffe für Dokumente: Rechnung, Kundendaten, Sparkasse, Volksbank, Kunden Auftrag und TAN-Liste. Zur Sicherheit wird auch noch nach DOC und XLS gesucht, die Endungen für Word- und Excel-Dokumente, damit auch bloß nichts verloren geht. Nachdem sich Gnutella ordentlich mit dem Netz verbunden hat, werden die Suchanfragen gestartet. Extrem effizient wühlt sich Acquisition, der Gnutella-Client der Wahl für Mac OS X, durch die Tauschbörse. Und spuckt binnen kürzester Zeit eine recht ordentliche Liste von Ergebnissen aus:

p2pfund

  • Oma
  • Kind und Barbie
  • Kaftan
  • Konfirmation
Tauschbörsen-Fundstücke

Malermeisters Home-Ordner

Darunter befindet sich unter anderem der gesamte Rechnungs-Pool eines Kölner Malermeisters. Die Dateien lassen sich problemlos downloaden. Der kundige Filesharer erfährt, dass er offensichtlich dicke Aufträge an Land zieht. So hat er die Türen einer Bankfiliale in Köln genauso gestrichen wie eine mit Graffiti verschmierte Wand in der Marienburger Straße in Köln gereinigt hat.

Amüsant, aber noch nicht des Pudels Kern. Doch dann fällt unser Blick auf eine Datei namens "Monatliche Ausgaben.doc" und siehe da: Herr Malermeister fährt einen Toyota und hat zwei Motorräder, eine Aprilia und eine Ducati. Letztere kostet übrigens rund 6 Euro Steuern im Monat, ganz nebenbei. Außerdem erfahren wir, in welchem Kindergarten Malermeisters Kinder sind und dass er Katholik ist. Offensichtlich hat sich Sohnemann Papas Rechner für Filesharing-Zwecke gekrallt. Was natürlich nach einem verstohlenen Blick in die "Browse Host"-Funktion schreit.

Noch amüsanter: Die Bilder-Suche

Und tatsächlich: Neben einem ganzen Berg Dokumente und MP3s finden sich auch Digitalbilder: "Hochzeit_Silvia.jpg", "Sylvester2004.jpg" oder "Taufe_Florian.jpg" zeigen Szenen aus dem täglichen Leben eines Kölner Anstreichers und bringen das Recherche-Team auf eine völlig neue Spur: Warum eigentlich nicht nach Jedermanns gesammelten Digitalphoto-Werken in den Netzen fahnden?


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