Halten uns die Entwickler für dumm?

Kolumne: Wo ist eigentlich der Any Key?

Es gibt so Betriebssysteme, die sich selber widersprechen. Betriebssysteme, die in sich irgendwie unlogisch sind. Windows, das auf der Welt meistverbreitetste und wohl auch unbeliebteste Betriebssystem der Welt ist eines dieser Betriebssysteme. Der Grund sind seine zahlreichen Assistenten. Doch das ist bei weitem nicht alles.

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Inhaltsverzeichnis

  1. 1Startassistenten und anderes Geviech
  2. 2Linux und Apple spielen mit
  3. 3Wo ist der verdammte...?
  4. 4Hoch, tief, Promille und Trademarks

Jeder Windows-Nutzer kennt das Problem: Mit jeder neuen Version packte Microsoft mehr Assistenten in das Betriebssystem. Mit dem Erfolg, dass sich inzwischen bei jeder noch so hanebüchenen Funktion ein Assistent öffnet. Der Bluetooth-Assistent, der Netzwerk-Assistent, der Internet-Assistent oder, ganz beliebt, der Hilfe-Assistent. Diese Krankheit zieht sich durch alle Microsoft-Produkte, besonders schlimm ist MS Word. Der Witz ist nur: Wenn man wirklich mal einen Assistenten braucht, ist er entweder nicht verfügbar oder hilft in keiner Weise weiter.

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Startassistenten und anderes Geviech

Aber für solche Fälle haben die meisten Anwender dann ja Freunde und Verwandte, die man zu nachtschlafender Zeit aus den Federn klingeln kann. "Duuuu, ich kriege den USB-Stick nicht angeschlossen..." Die Freude auf Longhorn ist groß, denn dann gibt es garantiert noch mehr Assistenten. Wie wäre es mal mit einem Windows-Start-Assistenten? "Möchten Sie Windows jetzt starten?" Klick auf "Weiter", dann: "Möchten Sie Windows WIRKLICH starten?" Nene, ich überleg's mir nochmal.

Auch schön wäre ein Windows-Absturz-Assistent: "Longhorn möchte nun abstürzen. Bitte drücken Sie "Weiter". Ein Druck auf "Abbrechen" würde dann den Absturz abbrechen. Das wäre doch mal moderne Benutzerführung. Und der Folgedialog lässt auch nicht lange auf sich warten: "Möchten sie den Absturz-Vorgang wirklich abbrechen?" Antwortmöglichkeiten: "OK" und "Abbrechen" Den klassischen, vielzitierten und ungeheuer beliebten blauen Schirm des Todes, den Bluescreen of Death, gibt es natürlich dann auch zu sehen, spätestens wenn sich der Assistent aufhängt.

Linux und Apple spielen mit

Aber genug der Häme, schließlich greifen auch andere Betriebssysteme immer öfter zum Assistenten: SuSE und RedHat haben sich mit ihren Linux-Distributionen mindestens genauso weit aufs Glatteis gewagt und nerven an jeder Ecke mit Assistenten und selbst Apple ist auf den Zug aufgesprungen. Allerdings fehlt Mac OS X zum Glück noch die Assistenten-Inflation eines Windows XP.

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