Eizo FlexScan L997 im Test: Flachbildschirm für Fortgeschrittene
Interpolation und analoger Unterschied
Beim Herunterrechnen auf eine niedrigere Auflösung als die native von 1.600x1.200 Pixeln, gehört der Eizo L997 ebenfalls zu dem Besten auf dem Markt. Ohne Abstriche geht die Interpolation allerdings nicht vonstatten, was aber bei allen Flachbildschirmen der bauartbedingte Fall ist. Dank einer fünfstufigen Glättung kann man der Bildqualität allerdings auch nachträglich auf die Sprünge helfen.
Begibt man sich zum Unterpunkt "Bildgröße" des On-Screen-Displays und wählt die Einstellung "Normal", so bleibt das Bild so ansehnlich wie in der nativen Auflösung. Einziger Nachteil: das Bild ist dabei von dicken grauen Balken umgeben. Wird der Monitor am analogen Ausgang der Grafikkarte betrieben, kann das menschliche Auge in der Regel keinen sichtbaren Unterschied wahrnehmen. In diesem Fall erkennen wir bei genauerem Hinsehen und einer Auflösung von 1.600x1.200 Punkten jedoch eine leichte Unschärfe.
Volle Kontrolle und Bild im Bild
Wer als Grafiker oder in der Druckvorstufe tätig ist, legt besonderen Wert auf ein farbtreues Anzeigegerät. Denn der Monitor ist nunmal das essentielle Bindeglied zwischen Entwurf und fertigem Produkt. Mit diesem High-End-Flachbildschirm erhält man gleich die volle Kontrolle über sechs verschiedene Farbtöne: Rot, Grün, Blau, Cyan, Gelb und Magenta. Weiterhin lässt sich der Gamma-Wert in kleinen 0,2er-Schritten von 1,4 bis 3,0 und die Farbtemperatur in 500er-Schritten von 4.000 bis 10.000 Kelvin justieren.
Ferner ist auch ein hardware-seitiges Einstellen der Sättigung möglich. Eine weitere Besonderheit des Eizo L997 ist die "Bild im Bild"-Funktion. Damit kann eine weitere Signalquelle, beispielsweise vom Zweitrechner oder Notebook, zeitgleich auf dem Display angezeigt werden. Man kann entweder den ganzen Bildschirminhalt im Kleinen abbilden, oder auch nur einen kleinen Ausschnitt. In beiden Fällen kann nicht bloß die Größe, sondern auch die Position des Ausschnitts frei bestimmt werden.
Spieletauglich mit 30 Millisekunden
Eizo gibt die Reaktionszeit des L997 für den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 30 Millisekunden an. Vergleicht man diesen Wert ungesehen mit den 20 Millisekunden des NEC 2180UX, so könnte man schnell zu voreiligen Schlüssen gelangen. Doch in der Praxis erweist sich der L997 als ebenso spieletauglich wie der japanische Konkurrent. Schlieren sind zwar zu sehen, wirken aber bei Weitem nicht so störend wie auf einem langsamen VA-Panel. Doom III und Half-Life 2 sind absolut spielbar, während die deutlicheren Nachzieheffekte bei Strategie- und Rennspiel einer etwas längeren Eingewöhnungszeit bedürfen.
Links zum Thema
- Test: Dell 2005FPW
- Test: Eizo L778
- Test: Dell 2405FPW
- Test: Sony SDM-HS95P
- Eizo
- Test: NEC LCD2180UX
- Test: NEC LCD1970GX
