Neue Marketing-Formen erobern das Web

Virales Marketing: Die Werbe-Alternative im Web

Werbung ist lästig, das steht außer Frage. Und weil sie viele Kunden anstrengen, haben sich inzwischen wahre Antikörper im Kopf der Konsumenten gebildet: In der Werbepause wird Wasser gelassen, Pop-Ups ungesehen weggeklickt und die Plakatwände einfach aus dem Sichtfeld ausgeblendet. Die Werbewirtschaft findet das freilich wenig lustig und setzt auf wirkungsvolle Alternativen.

Warum, so dachte sich ein schlauer Werbefachmann, sorgt man nicht dafür, dass die Menschen wieder Spaß an der Reklame haben? Zwar haben lustige Kampagnen da schon ihren Zweck getan, doch gerade im Web müssen andere Methoden gefunden werden. Dumm nur, dass die bunt blinkende Bannerwerbung meist eher daneben zielt - es sei denn, sie schafft es, die Aufmerksamkeit der Kunden zu erlangen, was aber in den wenigsten Fällen zutrifft.

Werbung

Werbefachmänner auf Ideensuche

Was also tun, dachte sich der Werbefachmann und fand recht bald die Lösung: Ist das Web nicht ein riesiges Sammelsurium von Kuriositäten? Amüsante Dinge im Web werden gerne gefunden und von den Surfern durch die Gegend geschickt. Der Schluss: Warum nicht diesen Faktor für die Werbung nutzen? Und schon war es erfunden, das virale Marketing, lebendige Vermarktung also.

Virales Marketing, das ist Werbung in Form von kuriosen Web-Fundstücken. Die Marketing-Profis nehmen diesen Weg, um ihre Produkte zu bewerben und oft ohne, dass auf den ersten Blick offensichtlich ist, wer hinter dem Projekt steckt. Man hofft auf den Aha-Effekt der Surfer und dass sie das Web-Fundstück für gut genug befinden, es ihren Freunden und Bekannten weiterzuleiten.

Huhn in Strapsen

Eines der ersten Unternehmen, die diese Marketing-Methode für sich entdeckt haben, war die Fleischfladen-Bräterei Burger King. Mit dem Subservient Chicken, dem devoten Hühnchen lieferte die Burger-Kette Spaß für die ganze Familie: Ein als Huhn mit Strapsen verkleideter Darsteller tut alles, was man ihm per Kommandozeile befiehlt. Das Meiste davon sieht so albern aus, dass man sich einfach nur totlachen kann, allein dieses Hühnerkostüm könnte den Kafka-Preis gewinnen, würde er denn ausgeschrieben.

Links zum Thema