Optisch oder digital zoomen, das ist hier die Frage
Digitalkamera-Technik: Der Zoom-Faktor
Digitalkamera
Beim Digitalzoom hingegen wird aus der Mitte des Sensors ein Ausschnitt genommen. Bei einem Ausschnitt steht natürlich nicht mehr die gesamte Sensorfläche zur Verfügung, es fehlen die Pixel um den Ausschnitt herum, um die volle Sensorauflösung zu generieren. Damit das Digitalfoto aber eine konstante Gesamtauflösung aufweist, werden fehlende Pixel dazugerechnet, man spricht von Interpolation.
Die Bildqualität nimmt bei Verwendung des Digitalzooms stark ab, das Bild wirkt gröber und detailärmer. Die Bildschärfe wird verringert. Die Wirkung des Digitalzooms kann jedes Bildbearbeitungsprogramm mindestens genauso gut, häufig sogar besser darstellen. Daher lieber nur optisch zoomen und eine digitale Vergrößerung (Digitalzoom) später am Computer realisieren.
Wer braucht wie viel Zoom?
Für den Digitalkamerakauf ist es wichtig darauf zu achten, dass das Gerät zumindest ein dreifach-optisches Zoom besitzt. Das ist das Mindeste, das der Hersteller heutzutage liefern sollte. Derart ausgestattete Kameras bieten ein gewisses Maß an Flexibilität. Etwas entfernte Motive können so zumindest ein wenig vergrößert abgelichtet werden.
Wer aber gerne Sport fotografiert, häufig segelt oder viel in der Natur unterwegs ist, für den empfehlen sich Digitalkameras mit einem größeren optischen Zoombereich. Diese sogenannten Superzoom-Kameras haben nicht mehr ganz kompakte Abmaße, bieten dafür aber bis zu zwölffaches optisches Zoom. Brennweiten bis über 400 Millimeter werden in diesen Geräten realisiert. Damit lassen sich viele Motive formatfüllend, das heißt bildausfüllend, fotografieren.
Gemäß der fotografischen Grundregel des US-amerikanischen Fotografen Robert Capa "If your pictures aren't good enough, you aren't close enough!" sollten Bilder mit Super-Zoom-Kameras wesentlich interessanter sein und besser gelingen. Jedoch ist der Fotografierende beim Arbeiten mit langen Brennweiten viel mehr gefordert: Die starke Vergrößerung erhöht die Gefahr des Verwackelns und der enge Bildausschnitt kann die Bildgestaltung erschweren. Der gute Rat von Capa, der auf deutsch ungefähr soviel heißt wie "Sind deine Bilder nicht gut genug, dann warst du nicht nah genug dran", ist nach wie vor eine goldene Regel unter Fotografen. Das gute Foto macht aber keine Kamera allein. Also führen auch mit den "Super-Zooms" erst Übung und Ausprobieren zum perfekten Foto.
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