Optisch oder digital zoomen, das ist hier die Frage
Digitalkamera-Technik: Der Zoom-Faktor
Digitalkamera
Die Angebotsblätter der Elektronikmärkte sind voll mit Digitalkameras. Höher, schneller, weiter heißt die Parole. Doch nicht immer ist mehr auch besser. Ein schönes Beispiel hierfür ist das Zoom einer Digitalkamera. Vom Zoom-Faktor und Digitalzoom einer Digicam.
Aktueller Standard bei Digitalkameras ist das optische Dreifach-Zoom. Dreifach-optisches-Zoom bedeutet, dass die Optik der Kamera in der Lage ist, das Bild von der Weitwinkeleinstellung bis zur Teleeinstellung dreimal zu vergrößern. Zum Beispiel hätte eine Kamera mit einem Zoombereich von 35 bis 105 Millimetern Brennweite ein optisches Dreifach-Zoom: 105 geteilt durch 35 ergibt den Faktor drei. Daher die Bezeichnung "dreifach" für das Zoom. Der Bezeichnungszusatz (wie etwa dreifach oder vierfach) für ein optisches Zoom bezieht sich immer auf das Verhältnis zwischen Anfangs- und Endbrennweite.
Häufig ist in Beschreibungen von Digitalkameras die Rede vom optischen und digitalen Zoom. In der Regel fällt der Digitalzoom durch höhere Werte gegenüber dem optischen Zoom auf. So ist nicht selten zu finden, dass eine Digitalkamera ein dreifaches optisches Zoom und ein achtfaches Digitalzoom besitzt. Jetzt könnte man denken, dass mehr auch besser und daher der Digitalzoom das wichtigere Ausstattungsmerkmal sei. Dies ist jedoch nicht korrekt. Das optische Zoom vergrößert oder verkleinert das Bild (verändert den Bildausschnitt) durch Veränderung der Brennweite. Eine Brennweite über 50 Millimeter vergößert das Bild, darunter scheint mehr auf das Bild zu passen, das Bild erscheint verkleinert. Es steht über den gesamten Zoombereich eine konstante Sensorauflösung zur Verfügung, da stets die gesamte Sensorfläche belichtet wird. Feine Bilddetails und eine hohe Bildschärfe werden aufgezeichnet.
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Das Zitat von Capa ist hier heftig missverstanden worden. In Wahrheit ging es ihm darum, dass gute/perfekte Bilder meistens mit dem Weitwinkel-Objektiv entstehen (Brennweite ca 28-35mm bei Kleinbildfilm).
Daher muss der Fotograf NÄHER an das OBJEKT/MOTIV herankommen. Nur so entsteht der Eindruck, der Fotograf sei mitten im Geschehen gewesen.
Mit langen Brennweiten aufgenommenen Fotos fehlt häufig die Tiefenschärfe. Sie wirken flach. Dieser Effekt verstärkt sich durch die Digitaltechnik noch weiter, was technische Gründe hat.
Daher:
Immer so nah wie möglich ran an das Motiv und dies mit möglichst kleiner Brennweite.
Zitat:
Macht die schönsten Bilder, ohne Frage. Aber im Zoo kann man den Tiger nunmal nicht aus der Nähe fotografieren, dafür braucht man Zoom, und zwar nicht zu knapp :-)
Zitat:
Immer so nah wie möglich ran an das Motiv und dies mit möglichst kleiner Brennweite.
Sorry, falsch.
Erst nochmal ein Wort zur Tiefenschärfe: Man versteht darunter (bei Kleinbild) den Entfernungsbereich in dem ein Punkt auf dem Film einen Kreis ergibt, dessen Durchmesser kleiner als 1/1500 mm ist. Bei Mittel- und Großformatkameras ist es 1/1000 mm.
Die Tiefenschärfe hängt von drei Faktoren ab:
1) die Brennweite des Objektivs - je kleiner die Brennweite, desto größer die Tiefenschärfe.
2) die (manuell oder automatisch) eingestellte Blende - je kleiner die Blende, desto größer die Tiefenschärfe. Allerdings läßt eine kleinere Blende weniger Licht auf den Film (Sensor) fallen.
3) die eingestellte Entfernung - je näher man an das Motiv herangeht, umso kleiner wird die Tiefenschärfe.
Nun ergibt sich folgende - ziemlich paradoxe - Situation: Bei einer "langen" Brennweite (mit demzufolge geringerer Tiefenschärfe) kann ich einen größeren Abstand vom Motiv wählen, als mit einer kürzeren Brennweite. In größerem Abstand aber habe ich wiederum mehr Tiefenschärfe.
Das paradoxe an der Situation: Wenn ich ein bestimmtes Motiv in einer definierten Größe darstellen will (Beispiel: eine Person soll so abgelichtet werden, daß sie genau - vom Scheitel bis zur Sohle - auf den Film paßt), so ist die Tiefenschärfe bezüglich des Motivs genau gleich, egal, ob ich eine kurze oder lange Brennweite wähle. Der Verlust an Tiefenschärfe durch die längere Brennweite und der Gewinn, den ich durch die größere Entfernung erhalte, gleichen sich ganz exakt aus.
Welche Strategie ich nun verfolge - kurze Brennweite und dicht ran oder lange Brennweite und weiter weg, hängt vom Motiv ab. Für Personenaufnahmen sind kurze Brennweiten aus drei Gründen ungeeignet:1) wenn man mit dem Apparat zu nah an die Person herangeht, fühlt sie sich "beobachtet" - oft bekommt man gequälte Fotografiergesichter.
2) durch die große Nähe werden die Bilder verzerrt. Im Extremfall, z.B. bei einer 24er Brennweite und 30 cm Abstand von den Augen, sind die Ohren im Verhältnis dazu schon zu weit weg und erscheinen deshalb zu klein. Schon allein aus diesem Grund wäre ein 24er zum Portraitieren völlig ungeeignet.
3) Die Relation Hauptmotiv - Hintergrund stimmt nicht mehr. Die Person wird, wenn man nah ran geht, halbwegs formatfüllend abgebildet. Der Hintergrund erscheint aber verhältnismäßig klein, dafür mit großem Blickwinkel und viel zu scharf. So lenkt er zu sehr vom Hauptmotiv, der Person ab. Man bekommt dann die typischen "Tante-Emma-vor-dem-Watzmann" Bilder. Und als Betrachter weiß man gar nicht, was wollte der Fotograf eigentlich ablichten? Die Tante Emma? Den Watzmann?
Richtig wäre in diesem Fall eine mittlere bis längere Brennweite (zwischen 50 und 100, ideal sind 85 mm). Eine Person, so in 4 - 5 m Entfernung kommt prima ins Bild, den Hintergrund kann man mit entsprechender Blende leicht unscharf gestalten, so daß er nicht ablenkt, trotzdem aber zu erkennen ist. So kommt man zu guten Personenfotos.
Bei Architektur- und Landschaftsfotos ohne Personen sieht die Sache wieder anders aus: Hier kann ein Weitwinkel gute Dienste leisten. Durch die große Tiefenschärfe kann man einen nahen Vordergrund (z.B. einen Zweig mit Blättern, den notfalls ein Helfer in das Bild hält, wenn gerade kein Baum da ist) mit ablichten und erhält so ein plastisch wirkendes, fast dreidimensionales Bild.
Also: Alles zu seiner Zeit.
Ein Universalobjektiv, das immer paßt, gibt es nicht. Und ein Anfänger, der z.B. eine Spiegelreflex mit Standardobjektiv besitzt sollte sich zum Lernen als nächstes ein Tele- und dann erst ein Weitwinkel kaufen. Macht einfach mehr Sinn. Und man bekommt einen Blick für das Wesentliche.
Gerade bei Fotos gilt: Weniger ist oft mehr!
Hallo fomapan,
der Satz von Capa war damals so gemeint, wie du es sagst. Er fotografierte im Vietnam-Krieg weitwinklig und war dort stets so nah es ging am, bzw. im Geschehen. So entstanden seine hervorragenden Fotos.
Ich kenne aber sehr viele Fotografen, im besonderen Sportfotografen, die diesen Satz mittlerweile etwas allgemeiner auffassen. Es geht einfach nur um die Action, die im Foto zu erkennen sein muß. Die Technik spielt dabei nicht die große Rolle. Entweder weitwinklig und direkt im Geschehen oder lange Brennweite und aus der Entfernung. Wichtig ist, wie King W. schon sagte, das Foto auf das Wesentliche zu reduzieren. Und so war das hier auch gemeint.
Ein Foto etwa, das den Gesichtsausdruck von 2 Fußballern im Kopfballduell zeigt und auf dem die Schweißtropfen der Spieler die Flugbahn des Balles verfolgen, ist actiongeladener, als die Totale der Situation. Denn erst so werden Eindrücke vermittelt, die das Auge normalerweise nicht wahrnehmen kann.
Und so ist der Ratschlag im Artikel zu verstehen: mit langer Brennweite das Motiv so nah wie möglich ran holen und das Wesentliche zeigen. Gerade in der Sport- und Wildlifefotografie werden Fotos auf diese Art sehr stark aufgewertet. Die Bildwirkung eines Weitwinkels gegenüber einer Teleoptik soll in diesem Artikel nicht Thema sein.
Beste Grüße und danke für deinen Beitrag
:wink:
Zitat:
Und so ist der Ratschlag im Artikel zu verstehen: so nah wie möglich ran an das Motiv und das Wesentliche zeigen. Gerade in der Sport- und Wildlifefotografie werden Fotos auf diese Art sehr stark aufgewertet. Die Bildwirkung eines Weitwinkels gegenüber einer Teleoptik soll in diesem Artikel nicht Thema sein.
Das Posting schien mir einfach zu allgemein, deshalb habe ich versucht, einiges richtigzustellen. Stell dir nur mal vor, bei deinem Beispiel hätte der Fotograf von der Seitenlinie aus diese Spielszene, die sich in unmittelbarer Nähe abgespielt hätte, mit einem Weitwinkel fotografiert. Die Gesichter, die Schweißtropfen und der Ball wären annähernd genau so groß abgebildet worden, wie in deinem Beispiel.
Aber: Die Tribüne im Hintergrund wäre gestochen scharf, die Flutlichtanlage und die Wolken am Himmel auch. Und die Schweißtropfen wären nicht mehr zu sehen. Einfach weg. Der ganze Eindruck des Bildes wäre dahin.
Bei Kriegsfotos ist das wieder anders: Da muß die Umgebung mit drauf, sie gehört zum Geschehen einfach dazu. Isolierte Portraits bringen hier gar nichts.
Ist schon richtig so: auch das Weitwinkel hat seine Daseinsberechtigung, ist aber kein Universalmittel für alle Fotos dieser Welt.
hallo zusammen,
vielleicht kann mir jemand weiterhelfen.
ich habe eine eos 400d und bin auf der suche nach einem gescheiten weitwinkelobjektiv. ich bin nicht der große fotoprofi, eher ein engagierter amateur.
vielen dank im voraus.
gruß eddi
achso, was bedeutet bei den weitwinkelobjektiven der faktor 0,7 oder 0,45?
ich nochmal,
ich suche auch noch ein blitzgerät.
canon bietet da u.a. das 430EX an, von metz gibt es ein vergleichbares gerät.
metz mecablitz 48 AF-1.
hat jemand erfahrung damit?
bin für jeden tip dankbar.
gruß eddi
Zitat:
ich suche auch noch ein blitzgerät.
canon bietet da u.a. das 430EX an, von metz gibt es ein vergleichbares gerät.
metz mecablitz 48 AF-1.
hat jemand erfahrung damit?
bin für jeden tip dankbar.
gruß eddi
Hi eagle,
hast du dich shco netnschieden... für mich steht die gleiche Entscheidung an...
hallo waidag,
ja habe ich. ich habe mir das 430er von canon geholt und kann es nur empfehlen. durch den cashback ist der preisunterschied ja bei dir auch nicht mehr so relevant.
gruß eddi
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