Schweinkram macht Männer

Pornos im Web: Instant-Sex statt Liebesbeziehung?

Das Internet verändert die Strukturen der Gesellschaft. Die Wirkung ist so groß, dass zum Teil selbst die archaischsten Verhaltensweisen den Bach heruntergehen. Nun mahnt der pensionierte Sex-Guru Oswald Kolle an, dass es auch das männliche Sexualverhalten beeinflusst. Steuern wir auf eine Masturbationsgesellschaft zu?

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Balz und Antrieb
  2. 2Kolle in der Frauenzeitschrift
  3. 3Genug Pornos, auch ohne Web
  4. 4Leichte Verfügbarkeit, aber nur begrenzt steigerbar

Der Drang nach Fortpflanzung ist es, der den Mann in allem, was er tut, antreibt. Alles, was er schafft, gebiert aus dem Wunsch, das Weibchen zu beeindrucken. Das jedenfalls glauben viele Wissenschaftler. Ob Hochhaus, Autotuning, Krieg oder Politik, klar ist: Diese hochtrabenden Ziele kommen nicht von irgendwo. Und wenn es keine Frauen gäbe, säße die Menschheit wohl noch immer auf den Bäumen, um sich die Früchte in den Mund fallen zu lassen.

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Balz und Antrieb

So oder so scheint diese Millionen Jahre alte Tradition des um das Weibchen buhlenden Männchens dank des Internets langsam aufgelöst. Denn mit wenigen Mausklicks und ein wenig Fantasie lässt sich die tägliche Sex-Ration beschaffen - ohne die anstrengende Balz, ohne auch nur einen Fuß vor die Tür zu setzen. Denn das Internet liefert Sex frei Haus, oft genug sogar kostenlos.

Dank des Internets habe Pornographie eine völlig neue Qualität und Quantität erhalten, verkündet Oswald Kolle, der als "Aufklärer" in den 1960er Jahren mit semi-pornographischen Filmchen wie "Deine Frau, das unbekannte Wesen" bei der Geburt der sexuellen Revolution half. Männer, den Frauen in den meisten Fällen ohnehin sozial unterlegen, würden sich laut Kolle keine Partnerin mehr suchen, sondern sich mit den nackten Tatsachen aus dem Web zufrieden geben. Das jedenfalls verkündete der 76-jährige in der Frauenzeitschrift "Woman".

Kolle in der Frauenzeitschrift

Frauenzeitschriften sind natürlich der ideale Ort, um sich über männliches Sexualverhalten auszulassen, aber im Grunde hat Kolle dann doch recht: "Ich mache mir Sorgen um Männer, die mit runtergelassener Hose vor dem PC sitzen, schnell per Mausklick ihre Befriedigung bekommen und kein Interesse mehr an Partnerschaft haben." Nachvollziehbar, ist der Sex im Web doch oft besser als das, was bei der Frau oder Freundin erlaubt ist.

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