Kabelbruch im Ozean

Internet & Netzwelt: Defektes Kabel nimmt ganz Pakistan vom Netz

Das Internet ist laut einer Definition dank seiner dezentralen Struktur sogar immun gegen nukleare Schlagabtäusche. Dass das nicht stimmen kann, zeigt der aktuelle Fall in Pakistan: Ein gebrochenes Unterwasserkabel schneidet das gesamte Land vom internationalen Datenstrom ab. Selbst in einem Schwellenland wie Pakistan hat das extrem unangenehme Folgen.

Kabelbruch legt Pakistan lahm

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Der Kabelbruch erfolgte am Montagabend irgendwo im indischen Ozean. Und plötzlich war ganz Pakistan ohne Internet. Man mag sich kaum ausmalen, welches Chaos über das Land hereinbrach, als nichts mehr ging: In Büros, IT-Unternehmen und Geschäften kamen die Mitarbeiter nicht mehr an ihre Daten, Kreditkarten und ähnliches funktionierte nicht mehr, sofern es außerhalb von Pakistan im Netz war.

Die Internet-Provider des Landes sorgten via Satelliten-Uplink für Abhilfe, allerdings ist diese Art der Verbindung vergleichsweise langsam, die Bandbreite ist, verglichen mit dem Kabel-Netz, kaum der Rede wert. Mit dem Erfolg, dass die Internet-Verbindungen zur Zeit extrem langsam sind. Am Kabel wird zur Zeit repariert, allerdings dürfte es etwas länger dauern, bis die volle Leistungsfähigkeit wieder hergestellt ist. Zum Vergleich: Normalerweise steht ganz Pakistan eine Bandbreite von rund 600 MBit zu, zur Zeit müssen sich die Provider mit 34 MBit zufrieden geben.

Die Inder waren schlauer

Ebenfalls am Kabel hängt der große Rivale Indien. Ironie des Schicksals, dass zwei Länder, die immer wieder die Zähne fletschen und drohen, sich gegenseitig mit Atombomben zu beschmeißen, im IT-Zeitalter an ein und derselben informellen Nabelschnur hängen. Der Effekt des Kabelbruchs war in Indien allerdings kaum spürbar: Die Inder haben weitere Kabelverbindungen in den Rest der Welt, wohingegen sich Pakistan offensichtlich auf das einzelne Kabel verlassen hat.

Die Reparatur des Kabels gestaltet sich derweil schwierig: Bereits vergangenen Mittwoch scheiterte ein Reparaturversuch. Nun sei ein Unterseeboot des arabischen Telekommunikationsunternehmens Emirates Telecommunication zur undichten Stelle unterwegs. Das Unternehmen hofft, die Reparatur wird höchstens 48 Stunden in Anspruch nehmen. Das Boot soll heute Abend an der rund 50 Kilometer vor der Küste liegenden Schadstelle ankommen. Dabei muss das defekte Stück Kabel ersetzt werden. Der Grund für den Defekt ist bisher unklar, möglicherweise ist das Kabel abgerutscht und gebrochen.

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