Im Namen des Vaters
Test: Boiling Point - Road to Hell
Heiß geht es her in Ataris neuem Actionspiel. Das liegt einerseits an den Temperaturen der tropischen Spielewelt, es hat aber auch mit reichlich erhitzten Gemütern zu tun.
Inhaltsverzeichnis
- 1Nicht ohne meine Tochter
- 2Große weite Welt
- 3Nach dem Patch ist vor dem Patch
Saul Myers macht ein Gesicht, als hätte er sich die letzten fünf Jahre von sauren Gurken ernährt. Soeben hat der in Paris lebende Ex-Militär erfahren, dass seine Tochter in Lateinamerika gekidnappt worden ist. In einem Tropenstaat namens Realia wurde Töchterlein Lisa zum letzten Mal gesehen. Offenbar recherchierte die Journalistin in einer heiklen Angelegenheit so gewissenhaft, dass ihr jemand spontan Urlaub aufgenötigt hat. Sichtlich verstimmt packt der Action-Papa Zahnbürste, Revolver, Unterwäsche und Jagdmesser in den Koffer, ehe er sich in die grüne Hölle Südamerikas begibt.
Nicht ohne meine Tochter
"Boiling Point" von den ukrainischen Entwicklern Deep Shadows schlägt eine Brücke zwischen Rollenspiel und Ego-Shooter. Dem Hauptziel, der Suche nach der entführten Lisa, ordnen sich Dutzende Nebenmissionen unter. Bei der Auswahl und der Ausführung dieser Quests sind dem Spieler alle Freiheiten gegeben.
Dank des Rollenspieleinschlags darf Vater Gnadenlos auch bestimmte Fähigkeiten wie Zielgenauigkeit oder Ausdauer kultivieren. Die Vermenschlichung der Spielfigur geht so weit, dass diese durch übermäßigen Einsatz von schmerzlindernden Spritzen drogenabhängig werden kann, oder nach zu vielen Tequilas zum Alkoholiker. Nur ein Arzt kann dann noch helfen, doch der will Bares sehen.
Boiling Point Road to Hell
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Gerade zu Beginn dreht sich fast alles ums Kohlescheffeln. Um die Reisekasse aufzubessern, erledigt Myers Botengänge, spioniert fadenscheinige Politiker aus oder jagt geklauten Kirchenreliquien hinterher. Auftraggeber finden sich fast überall. In "Boiling Point" darf sich der Spieler in den Dienst der Armee stellen, Rebellengruppen unterstützen, die Drecksarbeit für die Mafia übernehmen, Friedenspfeifen mit Indios rauchen oder als Hilfspolizist anheuern.
Große weite Welt
Laut Produktbeschreibung bleibt keine Entscheidung ohne Folgen. Wer gemeinsame Sache mit Banditen macht, rückt ins Visier der Polizei, wer Zivilisten tötet, verspielt seinen Ruf bei der Bevölkerung. Leider ist das Fraktionssystem nicht konsequent. Zwar zeigt ein Sympathiebarometer an, wem welche Handlung sauer aufstößt, viele Vergehen und Provokationen bleiben jedoch ungesühnt. So kann man beispielsweise ohne Reue die Straßensperren der Regierungstruppen ignorieren. Im Test stellte Myers einen Weltrekord im Schrankenkaputtfahren auf. Mit Waffengewalt reagierten die Wachen in den seltensten Fällen.






