Die Dialer-Mafia weicht aus
Kein Modem: Die neuen Tricks der Dialer-Abzocker (Update)
Das Update finden Sie auf Seite 2 Es ist ruhig geworden im Dialer-Business. Lauerten noch vor rund zwei Jahren an jeder Ecke die Dialer-Abzocker, sind sie inzwischen kaum noch zu finden. Das hängt damit zusammen, dass seit dem 17. Juni das aktualisierte Dialerschutz-Gesetz in Kraft ist. Für die Dialer-Abzocker ist es nun wirklich schwer, Dialer auf den Rechner zu schleusen, ohne dass der Anwender etwas mitbekommt. Die Dialer-Mafia sucht nach Auswegen - und hat schon welche gefunden.

Inhaltsverzeichnis
- 1Früher war alles besser
- 2Dialer Mafia auf der Ausweichspur
- 3Unseriös mit seriösen Mitteln
- 4Bezahldienste, die Zweite
- 5Update: Payray erklärt
Früher war alles besser
Was war das einfach, anno 2003. Damals reichte ein gut platzierter Dialer, eine Website, die ein "kostenloses Zugangstool" bewarb und ein unvorsichtiger Besucher, schon klingelte die Kasse. Zwei Jahre später ist Ruhe: Der Gesetzgeber hat alle illegalen Dialer verboten. Wer vor dem Download nicht klar und deutlich ankündigt, was seine Dialer kosten, hat gute Chancen, keinen einzigen Cent zu Gesicht zu bekommen - selbst dann, wenn der Kunde eine Dienstleistung in Anspruch genommen hat, zum Beispiel Sex-Seiten besucht hat.
Der Missbrauch ist deutlich eingedämmt und der Gesetzgeber hat sich damit wenigstens einmal seine Lorbeeren verdient. Für die Dialer-Mafia hingegen sieht es mau aus: Lockten noch Anfang des Jahres zahlreiche Websites mit harmlosen Namen wie wohnung.de, ufo.de oder lehrstellen.de in die Dialer-Falle, sind diese Sites inzwischen alle down. Sie stehen bei der Domainbörse Sedo zum Verkauf.
Dialer Mafia auf der Ausweichspur
Grund ist neben der erneuerten Zustimmungspflicht durch den User auch die immer weitere Verbreitung von DSL-Anschlüssen. Aufgrund der Besonderheiten der DSL-Technik ist es nicht möglich, DSL-Dialer herzustellen. Nur wenn der Rechner wegen Fax oder anderen modemabhängigen Anwendungen noch am normalen Telefonnetz hängt, egal ob digital oder analog, kann ein Dialer noch etwas ausrichten. Auf solche Lösungen setzen aber die wenigsten User, auch wegen der Dialer-Gefahr.
Doch der gepflegte Dialer-Mafioso lässt sich von solchen Hürden natürlich nicht das Wasser abgraben. Zwar "weiß keiner so recht, wie es weitergeht. Ganz viele haben aufgegeben" so Heiko Rittelmeier vom Interessenverband Deutsches Internet, doch geht es in dem Business um zuviel Geld, als dass sich die Kriminellen diese Chancen auf den schnellen Umsatz verderben lassen würden. Sie steigen einfach auf andere Maschen um.
Vornamen oder Hausaufgaben?
Statt sich über eine teure Rufnummer ins Internet einzuwählen wird der Surfer auf der Website aufgefordert, seine Handynummer einzugeben, "sicher, einfach und bequem." Hier springt ein Handy-Payment-System namens PayRay ein. Ein Beispiel ist die Website Vornamen.de. Das Problem dabei: Obwohl Payray als seriös gilt, sind die damit angebotenen Dienste alles andere als sauber.
