Die wichtigste Gerichtsentscheidung des Jahres lässt auf sich warten
Filesharing: Heiteres Grokster-Raten
Eigentlich sollten die obersten Richter der USA schon letzte Woche Montag über die Zukunft der Tauschbörsen Grokster und Morpheus entscheiden. Auch gestern warteten Beobachter gespannt auf ein Urteil. Doch die Herren in schwarz lassen sich offenbar Zeit. Jetzt bleibt nur noch eine Woche für eine Entscheidung, die viele P2P-Kenner als das wichtigste Gerichtsurteil des Jahres ansehen.
Immer Montags würde der Oberste Gerichtshof der USA seine Urteile verkünden, erklärten Kenner schon vor Wochen. Doch jetzt bleibt nur noch ein einziger Montag vor der Sommerpause - und manch einer glaubt mittlerweile, dass ein Urteil möglicherweise auch am Donnerstag gefällt werden könnte. Oder vielleicht auch gar nicht. Jedenfalls nicht in den nächsten Wochen.
So uneins wie über den Termin ist man sich auch über den Ausgang des Verfahrens, bei dem die Zukunft kommerzieller Tauschbörsen in den USA auf dem Spiel steht. Dabei verlaufen die Voraussagen nicht nur entlang der Interessenskonflikte. So befürchtet beispielsweise der Princeton-Professor und P2P-Aktivist Edward Felten, das Gericht werde sich zu keiner klaren Haltung durchringen können. Damit werde die Entscheidung letztendlich im Hollywood-freundlichen US-Parlament gefällt.
Mit dem Urteil wird sich für P2P-Nutzer sowieso nichts ändern, glaubt man dagegen bei der in Los Angeles ansässigen P2P-Marktforschungsfirma BigChampagne. Mehr als 8.5 Millionen Nutzer weltweit würden rund um die Uhr auf P2P-Netze zugreifen, so BigChampagne - und das, obwohl die Entertainment-Industrie weltweit gegen Nutzer und Betreiber von P2P-Netzen vorgeht.
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