Trust und Typhoon gegen Logitech
Laser-Mäuse im Vergleichstest: Zwei gegen Logitech MX 1000
Dass Mäuse mit optischer Abtastung den Alltag leichter machen, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Den nächsten technologischen Schritt ist Logitech mit der weltweit ersten Laser-Maus gegangen, der MX 1000. Doch der erfolgreiche Produzent des präzisen Eingabegeräts ist nicht der einzige auf dem Markt. Zum Glück, denn nicht jeder möchte nur für eine Maus 60 Euro auf den Tisch legen.

Inhaltsverzeichnis
- 1Typhoon Laser Mouse
- 2Umfangreiche Ausstattung
- 3Ohne Füße steht's sich schlecht
- 4Guter Halt für links und rechts
- 5Runde Sache mit Microsoft-Beschränkung
- 6Gleitfähig und präzise
- 7Fast so genau wie Logitechs MX 1000
- 8Trust Wireless Laser Mouse MI-7200L
- 9Alles inklusive
- 10Fehlplatzierte Zusatztasten, geringes Gewicht
Wer nicht auf den Luxus einer Laser-Abtastung und Funkverbindung verzichten, aber weniger Geld ausgeben will, kann auch für weit unter 50 Euro auf seine Kosten kommen. Wir haben uns zwei besonders preisgünstige Vertreter dieser Gattung auf den Prüfstand geholt, die Trust Wireless Laser Mouse MI-7200L und die Typhoon Laser Mouse. Billiger Abklatsch oder echte Alternative? Das ist hier die Frage.
Typhoon Laser Mouse
Wenn wir angesichts der Typhoon Laser Mouse von einer "grauen Maus" sprechen, hat das noch rein gar nichts mit einer subjektiven Bewertung zu tun. Denn die Farbe Grau dominiert nunmal, obwohl der beschönigende Werbetexter hier wohl eher die Bezeichnung "Anthrazit" gewählt hätte. Die Verpackung weist gewisse Parallelen zu der einer Logitech-Maus auf, doch das war es auch schon mit der Ähnlichkeit.
So hochwertig wie eine teure Logitech MX 1000 sieht Typhoons Laser-Maus beleibe nicht aus. Sie schafft es aber dennoch, weder allzu billig, noch wirklich langweilig zu wirken. Die Maustasten sind ins Gehäuse integriert, die seitlichen Tasten sowie die Umrahmung des Mausrad in mattem Silber gehalten. Bei den seitliche Aufflageflächen wird auf griffiges und gummiertes Material in Mattschwarz gesetzt.
Umfangreiche Ausstattung
Daneben gibt gibt sich das Scroll-Rad ebenfalls sehr rutschfest. Darüber befindet sich ein dunkel akzentuierter Knopf, auf dessen Funktion wir jedoch erst später eingehen werden. Zunächst sehen wir uns näher an, was wir außer der Maus noch alles in der großen Papp- und Plastikbox finden.
Für eine Maus dieser Preisklasse - in diversen Online-Shops wird sie schon für weniger als 40 Euro gehandelt - hat der Packungsinhalt der Typhoon Laser Mouse erstaunlich viel zu bieten: zwei AA-Akkus, eine Docking-Station mit integriertem Empfänger sowie eine Mini-CD mit Treibern und Software. Selbst der sinnvolle Adapter von USB auf PS/2 ist mit von der Partie.
Ohne Füße steht's sich schlecht
Allem Anschein nach musste die Typhon Laser Mouse ihre beiden "Vorderfüße" bei einer anderen Redaktion lassen. Deshalb neigte sie zuerst zu leichtem Kippeln, womit wir uns aber nicht abfinden. Deshalb tauschen wir kurzerhand die hinteren mit den vorderen Auflage-Pads und ersetzen die erstgenannten durch so genannte "Glide-Tapes". Jetzt wackelt nichts mehr und wir können endlich ungestört handgreiflich werden.
Obwohl die Typhoon Laser Mouse für Links- und Rechtshänder ausgelegt ist, liegt sie gut in der großen Testerhand. Schöner hätten wir tiefere Einbuchtungen für den Daumen gefunden, wie sie beispielsweise bei Logitechs MX 518 und MX 1000 oder Microsofts IntelliMouse Explorer 4.0 für besseren Halt sorgen.
Guter Halt für links und rechts
Allerdings bleibt hier zu bedenken, dass Linkshänder bei allen Dreien klar im Nachteil sind. Dem Daumen bietet sich bei der Typhoon Laser Mouse aber leider nur ein einziger Taster auf jeder Seite, welcher standardmäßig dem Vorwärts- und Rückwärts-Navigieren im Internet-Browser dient. Als wirklich negativ erweist sich das kleine Defizit aber bald darauf nicht mehr. Schon nach kurzer Eingewöhnung gelingt die Bedienung mit Daumen und Ringfinger reibungslos.
Durch das höhere Hinterteil wird das Handgelenk entlastet, da man den seinen Handballen entspannt darauf ablegen kann. Am richtigen Platz sitzt auch das leichtgängige Mausrad. Es gibt zwar wie das Rädchen der Microsoft Wireless Notebook Optical Mouse etwas lautere Drehgeräusche von sich, vermittelt aber trotzdem einen hochwertigen Eindruck.
Runde Sache mit Microsoft-Beschränkung
Für den Betrieb unter Windows XP benötigt Typhoons Laser-Maus keine eigenen Treiber, wird aber mit dem "Browser Mouse 2.0" ausgeliefert. Nach der Installation hat man über die Task-Leiste schnellen Zugriff auf die wichtigsten Funktionen wie Bildlaufgeschwindigkeit und Tastenbelegung. Auf Druck des kleinen Knopfes über dem Mausrad erscheint ein rundes Auswahlmenü mit sehr beschränktem Angebot.

Denn die Wahlmöglichkeiten beschränken sich in erster Linie auf Programme von Microsoft Office. Immerhin lassen sich daneben auch der Arbeitsplatz, Internet Explorer und "Eigene Dateien"-Ordner aufrufen. Eine individuelle Belegung ist leider nicht möglich. Ob der Aufruf von Word, Office und Co. funktioniert, können wir leider nicht testen - hier setzen wir das leider nicht vom Browser Mouse unterstützte OpenOffice.
Gleitfähig und präzise
Unseren Testlauf durch Windows-Oberflächen, Bildbearbeitungsprogramme und Spielewelten absolviert die Typhoon Laser Mouse auf dem bereits von netzwelt.de getesteten "Podium Pad" von Silverblue Lights, und das mit Bravour. Trotz ihres höheren Gewichts lässt sich dank ihrer gleitfähigen Vorderfüße flott über das Mousepad scheuchen. Das Reibungsgeräusch fällt dabei etwas lauter aus als bei den aktuellen Modellen von Logitech und Microsoft, was der Leichtfüßigkeit aber keinen Abbruch tut.
Um uns ein besseres Bild von der Präzision einer Maus machen zu können, greifen wir wieder einmal zum guten alten Quake 3 und führen ein paar Schießübungen mit der "Railgun" durch. Dabei erweist sich die Typhoon Laser Mouse als absolut spieletaugliches Eingabegerät. Ihre Ergonomie reicht aber bei Weitem nicht aus, um es mit der fast perfekten Passform der Logitech MX 1000 aufzunehmen.
Fast so genau wie Logitechs MX 1000
Über einen optischen Sensor mit 800 dpi und die 20-fache Abtastleistung einer gewöhnlichen Infrarot-Maus verfügen zwar beide, doch wegen ihrer besseren Ergonomie geht die Steuerung mit der Logitech MX 1000 doch ein ganzes Stück präziser von der Hand. Bei einem Linkshänder verhielte es sich aber höchstwahrscheinlich genau umgekehrt.
Wer auf bunte Lichter steht, kommt mit dem Funkempfänger der Typhoon Laser Mouse voll auf seine Kosten. Bei jeder Mausbewegung blinkt der blaue Verbindungs-Schalter fleißig mit. Uns ging dieser Effekt bereits nach kürzester Zeit so auf die Nerven, dass wir die Dockingstation umdrehen mussten. Ob das Flackerlicht gefällt oder nicht, liegt im Auge des jeweiligen Betrachters.
Trust Wireless Laser Mouse MI-7200L
Einen Schönheitspreis würde auch die Trust Wireless Laser Mouse MI-7200L nicht gewinnen. Dafür wirkt sie irgendwie moderner, futuristischer als die Typhoon Laser Mouse. Den größten Teil des Gehäuses nimmt schwarzer, gummierter Kunststoff ein, während sich um die Maus herum ein heller, metallic-blauer Streifen windet, welcher hinten zu einer größeren Flache zusammenläuft.
Auf der Oberseite scheint sich jemand mit einem Mediziner-Skalpell ausgetobt zu haben. Ein schmaler Schnitt läuft vom Heck der Maus über das Mausrad bis hin zum vorderen Rand und trennt linke und rechte Maustaste voneinander. Insgesamt vermittelt sie einen sehr schlanken, recht kleinen Eindruck. Die Verarbeitung lässt keine offensichtlichen Mängel erkennen.
Alles inklusive
Für ihren niedrigen Straßenpreis von gerade mal 30 Euro fehlt es dem Laser-Schnäppchen an nichts. Wie bei der gut doppelt so teuren Logitech MX 1000 gehören eine Docking-Station zum Aufladen und Funken sowie ein PS/2-Adapter und eine Treiber- und Software-CD zum Lieferumfang. An die Energieversorgung wurde ebenfalls gedacht, hier in Form zwei Akkus im kleinen AAA-Format.
Das leichtgängige Scroll-Rad der Trust MI-7200L gibt sich ebenso rutschfest und verhält sich auch ähnlich laut wie das der Typhoon Laser Mouse. Außerhalb der beiden Standard-Tasten und der Radtaste bieten sich auch hier zwei Sondertasten zum individuellen Belegen an. Über deren Platzierung hätte sich Trust aber mehr Gedanken machen sollen.
Fehlplatzierte Zusatztasten, geringes Gewicht
Denn die beiden zusätzlichen Tasten über dem Mausrad zu erreichen, bringt den durchgehenden Arbeitsfluss zwangsläufig durcheinander, da der Zeigefinger dafür sehr stark angewinkelt werden muss. Dabei kann es beim Internetsurfen doch so angenehm sein, mit einem schnellen Klick von einer Seite zur anderen zu wechseln. Ohne Zweifel hat sich Typhoon hier die sinnigere Lösung einfallen lassen.
Dank des für eine schnurlose Maus extrem geringen Gewichts, kann die Trust MI-7200L aber wieder wertvollen Boden wettmachen. Wir können kaum glauben, hier eine batteriebetriebene Maus in den Händen zu halten. Sogar Logitechs Gaming-Maus MX 518 fühlt sich lediglich einen kleinen Tick leichter an. Schön finden wir außerdem, dass sie beim Gleiten über unser Test-Mousepad kaum zu hören ist.
Die schnellste Maus für Doom & Co.
Obwohl nicht speziell als solche ausgewiesen, haben wir uns mit der Trust MI-7200L eine richtige Zockermaus auf den Schreibtisch geholt. Sie ist die mit Abstand spieletauglichste Schnurlos-Maus, die uns je untergekommen ist. Zum einen setzt sie dem Bediener verschwindend wenig Widerstand entgegen, zum anderen lässt sie sich dank ihrer Leichtigkeit flott von einem Punkt zum nächsten scheuchen. Speedy Gonzales lässt grüßen.
Sie eignet sich wegen ihrer symmetrischen Form sowohl für Links- als auch Rechts-Händer. Ihre Ergonomie fällt leider nicht so gut aus wie die der Typhoon Laser Mouse, da die Hand nicht so entspannt abgelegt werden kann. Dennoch bleiben wir im Testverlauf von Fingerkrämpfen verschont. Bei jeder Bewegung blinkt die Lampe der Docking-Station fleißig mit. Wie soll es auch anders sein - in Blau.

Keine Konkurrenz für Logitech, aber preiswerter
Eines vorweg: um auf der LAN-Party oder bei Besuchern der eigenen vier Wände Eindruck zu schinden, taugt keiner der beiden Laser-Mäuse. Dafür kann die Trefferquote mit der Trust MI-7200L bei erstgenannter zumindest einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Typhoon Laser Mouse ist zwar schwerer und weniger zum Spielen geeignet, aber dafür alltagstauglicher. Rein technisch betrachtet liegen sowohl Logitech MX 1000, als auch Trust MI-7200L und Typhoon Laser Mouse auf einer Wellenlänge.
Mit ihrer Laser-Abtastung funktionieren sie selbst auf dem Hosenbein, der Polsterung eines Bürostuhls, hochglänzenden und nahezu allen anderen Oberflächen einwandfrei, die einem im Alltag so begegnen können. Die von allen dreien erzielte Funk-Reichweite von zwei Metern ist für die meisten Einsatzgebiete mehr als ausreichend. Beim wohl wichtigsten Kriterium - der Ergonomie - triumphiert die Logitech MX 1000 abermals. Leider auch wieder einmal beim Preis.
- Download: X-Mouse Button Control
- Download: Mouse Gestures
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- Kurztest: Die besten Notebook-Mäuse von Logitech und Microsoft
- Laser Mouse 6000 im Test: Microsofts erste Gamer-Maus
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