Trojaner nimmt Daten fest

Datenkidnapping: Die neue Geldquelle

Phishing und Identitätsklau können einpacken. Die neueste Bedrohung aus dem Web heißt "Datenkidnapping". Dazu braucht der Angreifer nicht mehr als einen funktionierenden Trojaner auf dem Rechner des Opfers. Der seinerseits verschlüsselt dann schnell einige wichtige Datensätze, um sich danach selbst zu löschen.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Verschlüsselt und weg
  2. 2Kein größerer Verlust in 15 Jahren
  3. 3PGP in Böse
  4. 4Immerhin: Einfache Bezahlung
  5. 5Kein Interesse an der Rückgabe
  6. 6Immer auf der Hut sein

Verschlüsselt und weg

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Der Begriff "Kidnapping" ist ja bereits hinreichend bekannt, die Entführung und nachfolgende Freilassung gegen Lösegeld. Und wenn's kein Lösegeld gibt, wird das Entführungsopfer eben entleibt. So schnell kann das gehen. Beim Datenkidnapping ist das nicht anders: Der Trojaner krallt sich die Daten, verschlüsselt sie und löscht sich selbst. Keine Verbreitungsroutine, kein Gefahrenpotential - oder?

Wolfgang P. ist leichtgläubig. Bekommt er eine ungewollt zugesandte E-Mail mit Nacktbildern von Britney Spears, verliert er die Fassung. Er klickt, was das Zeug hält und wundert sich, dass nichts passiert. Schnell ist der Vorfall vergessen, bis zu dem Tag, an dem er wieder einmal in sein Tagebuch schreiben möchte, das er als Word-Dokument auf seinem Rechner gespeichert hat.

Kein größerer Verlust in 15 Jahren

Das nämlich lässt sich nicht mehr finden. 15 Jahre akribisch gespeicherte Lebenserfahrungen, Frauengeschichten, Notizen - verschwunden. Backup? Fehlanzeige. Durch einen glücklichen Zufall ist Wolfgang weder das Opfer eines größeren Datenverlustes, noch eines Windows-Selbstmordes oder eines Viren-Angriffs geworden. Sein Datenbestand reicht volle 15 Jahre zurück. Und nun ist das vermalledeite Tagebuch verschwunden.

Oder doch nicht? Bei genauerem Hinsehen stellt er fest, dass sich in dem Ordner, in dem sich normalerweise sein Tagebuch aufbewahrt, ein neuer Ordner befindet. Der Name ist kryptisch, viele Nullen und Einsen. Darin ein ebenso kryptischer Dateiname: 000034545.pgp oder ähnlich. Und eine Text-Datei mit dem Aufmerksamkeit erregenden Namen "ATTENTION!!!.txt" oder ähnlich. Die klickt Wolfgang natürlich an und findet nichts weiter als eine E-Mail-Adresse und eine Aufforderung, den Schlüssel zu kaufen.

Weitere Informationen

Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Virenschutz hier.

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