Außergewöhnliches Gaming-Konzept
Der mit dem Essen spielt: Pong-Erfinder plant Game-Lokal
"Einmal die 24 bitte, dazu einen Bordeaux. Und zum Spielen vielleicht was Unblutiges". Etwa so könnte eine Bestellung in jenem Restaurant aussehen, das Atari-Mitbegründer Nolan Bushnell im Herbst zu eröffnen gedenkt. Dafür bräuchte es natürlich Kellner; die soll es zwar geben, aber nicht in bekannter Funktion. In dem Medienlokal bestellt der Gast sein Essen per Touch-Screen, und das gewünschte Spiel gleich hinterher. Das Servierpersonal ist lediglich für das Auftafeln zuständig. Tipps im Umgang mit den 70 angebotenen Games sollen spezielle Berater geben.
Software und Technik für die Tischspiele lässt der findige Geschäftsmann von seiner eigenen Firma uWink entwickeln. Rund 12 Millionen US-Dollar will man bisher in das Projekt "Media Bistro" investiert haben, heißt es. Bushnell hofft, eine Zielgruppe im Alter von 21 bis 35 Jahren zu erreichen. Sofern das erste Restaurant in Los Angeles erfolgreich ist, sollen in anderen amerikanischen Bundesstaaten weitere folgen - speziell in kälteren Regionen, wo man wenig im Freien unternimmt.
Unter Zockern
Der Nichtspieler fasst sich an den Kopf, steht die Nahrungsaufnahme außer Haus doch im Besonderen für Geselligkeit und Gesprächskultur. Auch wenn es überrascht, aber so - oder zumindest so ähnlich - scheint auch Bushnell zu denken: der "Pong"-Erfinder möchte Gamer in seine Multimedia-Mampfbude locken, damit sie unter Menschen kommen. Der isolierende Effekt von Videospielen solle dadurch aufgehoben werden, so Bushnell gegenüber der New York Times.
Kinder, Kurzweil, Kalorien
Gänzlich neues Terrain betritt der 62-Jährige, der Atari 1976 an Warner verkaufte, mit diesem Schritt nicht. Bushnell gründete und leitet die erfolgreiche Fast-Food-Kette "Chuck E. Cheese". Simples Motto der mit Spielautomaten bestückten Filialen: where a kid can be a kid.
