Wie schwer kann es sein, DSL zu bekommen

Internet & Netzwelt: Der alte Mann und die Arcor-Warteschleife

Klasse, wenn alles klappt. Aber das mit dem DSL-Anschluss bei Arcor? Das klappt dann doch nicht so recht. Und das, obwohl man vorher schon Arcor-Kunde war. Die Dame von Hotline ließ mitteilen, dass die Telekom Schuld sei, doch das war nur das Ende einer unsäglichen Odyssee durch die Hölle altvörderlicher DSL-Wechselspielchen und durchs Reich der Warteschleife.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Baujahr 1960 und früher...
  2. 2... haben es nicht so mit der Technik...
  3. 3...sind sie doch...
  4. 4... mit Plattenspielern und Tonbandgeräten aufgewachsen...
  5. 5... wie sie immer wieder gern erzählen
  6. 6Spaß in der Warteschleife
  7. 7Üben für's Altenheim
  8. 8Telekom war's mal wieder!

Baujahr 1960 und früher...

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Ältere Leute sind komisch: Das Internet ist für sie eine fast magische Erfindung. Betroffen sind nicht nur Rentner, sondern auch Menschen der Nachkriegsgeneration. Menschen wie unseren Noch-Bundeskanzler Gerhard Schröder. Im Gegensatz zur aktuellen Generation mit simpler Technik aufgewachsen, sind Computer für sie oft eine Art magische Maschine, die sie in das Reich der Kommunikation bringt.

Diese Vertreter der Elterngeneration schreiben dann "Ihhhh-Mails", wie sie sich ausdrücken, schicken ohne Bedenken riesengroße Dateien durch die Gegend, zum Beispiel von ihrem neu geborenen Enkelchen oder von ihrem Hund. Das am besten über Modem, oder, ganz beliebt: Per "Flett-Räite", wie sie sich auszudrücken pflegen. Und die haben sie sich bei Arcor geholt, weil es der einzige Anbieter mit ISDN-Flett-Räite, Verzeihung: Flatrate ist.

... haben es nicht so mit der Technik...

ISDN? Warum denn nicht gleich DSL? Das Argument ist schlüssig, zumindest in den Augen der Generation jenseits der goldenen 50. Man möchte keine zusätzlichen Geräte im Keller haben. Und mit der ISDN-Flat kann man überall im Haus ins Internet, mit Modem, versteht sich, denn dann ist es nochmal langsamer, sehr zur Freude aller Freunde großer E-Mail-Anhänge. Aber gut, da kann man wenig machen.

Schlimm wird es erst, wenn ein Verwandter, der sich genau in diesem Alter befindet, anfängt, mit DSL zu liebäugeln. Dann wird gefragt: "Du Kleiner (Sohnemann, Schätzchen, Enkelchen, Neffe...), wie funktioniert eigentlich TÄSEL?" Was zur Hölle ist TÄSEL? "Naja, dieses schnelle Internet..." Ach D-S-L! Da hat wohl einer einfach die Buchstaben hintereinander gelesen. Auch nicht schlecht. Mit einem tiefen Luftholen beginnt man zu referrieren: "Also DSL, das ist..." und bekommt umgehend ein "Danke, das ist mir zuviel technischer Kram ich bin ein(e) alte(r) Mann/Frau" zur Antwort. Na danke, und jetzt?

...sind sie doch...

Jetzt wird erstmal der Auftrag erteilt: "Lohnt sich das denn?" fragt der Vorfahr und erwartet tatsächlich eine Antwort. "Nun ja, DSL kostet das gleiche wie ISDN..." Tatsache, man kann den Satz beenden. "Ja, toll, aber L-O-H-N-T sich das?" War die Frage nicht schon beantwortet? Egal, immer feste drauf, deshalb eine einfache Antwort: "Es kostet das gleiche." Da wir im Rheinland sind, ist auch der Autor von Rheinländern umgeben und so folgt dann auch umgehend das obligatorische "Wie, gleichteuer?" Ja, wieso eigentlich?

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