Warum der Apple-Umstieg nicht schadet

Komplettsystem: Gut für Apple? Kommentar zum Intel-Umstieg

Die Nachricht war kurz und knapp: "Yes, it's true" glänzte in weißen Lettern mannshoch von der Präsentationsleinwand der Keynote 2005. "Ja, es ist wahr" - gemeint war der bereits seit Tagen als Gerücht kursierende Umstieg Apples von der PowerPC- auf die Intel-Architektur. Steve Jobs hatte Ernst gemacht und den Mac gleich drei Schritte näher an den PC gerückt.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Stille im Saal
  2. 2Chinesische Splittergruppe
  3. 3Profit aus dem Konkurrenzkampf
  4. 4Änderungen vorbehalten
  5. 5Knallhart kalkuliert
  6. 6Sehen, was die Zukunft bringt

Wer sich die Aufzeichnung der Keynote anschaut, bemerkt die absolute Stille im Saal im Moment der Verkündung. Das sonst eher euphorische Keynote-Publikum hielt sich massiv mit Jubel und Beifall zurück. Man wusste nicht, wie man reagieren sollte und bei nicht wenigen der anwesenden Gäste, Fans und Entwickler dürfte sich ein Kloß im Hals festgesetzt haben.

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Stille im Saal

Stille also. Und der eigentlich routinierte Apple-CEO Steve Jobs wurde sichtlich nervös, dass er, Jubel bei den Keynotes gewohnt, fast keinen Beifall erhielt. Vielen Macusern fuhren Visionen von Apples Untergang in den Kopf - keine schöne Vorstellung, ist Apple doch für viele eine Art Ersatzreligion in diesen unreligiösen Zeiten. Die kleine Gemeinde schweißt zusammen, das ist so bei Religionen.

Apple setzt auf Intel, rückt sich selbst in die Nähe des Drachens Microsoft. Der übrigens, so scherzte Jobs, würde Longhorn frühestens Ende 2006 herausbringen, zu einem Zeitpunkt, an dem Apple bereits fleissig Intel-Macs verkaufen wird. Der Bodengewinn für Apple könnte enorm sein, ermöglicht Intel-Technologie doch einerseits leistungsfähigere, andererseits auch billigere Prozessoren. Doch der Imageverlust ist beträchtlich. Gerade für die hartgesottenen Mac-Gläubigen, die die Wintel-Welt bisher für das Reich des Bösen hielten.

Chinesische Splittergruppe

Apropos Reich des Bösen: Die Wirkung auf die Mac-Fans war überwältigend. Fast so, als würde der Dalai Lama zugeben, dass Tibet eigentlich auch nichts anderes als eine chinesische Splittergruppe ist. Mit dem Unterschied, dass der Dalai Lama dann vermutlich ganz schnell nicht mehr Dalai Lama wäre, wohingegen Steve Jobs da scheinbar keine Sorge hatte. Und tatsächlich: Nach anfänglichem Zögern stieg die Jubelkurve gegen Ende der Keynote wieder an.

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