WinMX beliebteste MP3-Tauschbörse?

Filesharing: Verwirrung um Tauschbörsen-Zahlen

Das US-Marktforschungsinstitut NPD Group überraschte am Dienstag mit ungewöhnlichen Erkenntnissen: Demnach ist iTunes mittlerweile populärer als Kazaa. Die meistgenutzte Quelle für Musikdownloads ist laut NPD Group die Tauschbörse WinMX. Abenteuerliches gibt es auch aus Österreich zu berichten.

Nach Erkenntnissen der NPD-Marktforscher nutzten rund 2,1 Millionen US-Konsumenten im März diesen Jahres WinMX, um sich Musik aus dem Netz zu laden. iTunes und Limewire verzeichneten beide rund 1,7 Millionen Nutzer. Kazaa fiel auf Platz vier, gefolgt von Bearshare, Napster, Morpheus und dem Real Music Store.

In Tauschbörsenkreisen sind diese Zahlen auf Skepsis gestoßen. So fragen sich manche, warum Edonkey und Emule in den NPD-Statistiken überhaupt nicht auftauchen, obwohl sie mit mittlerweile mehr als 4,5 Millionen simultanen Nutzern nahezu doppelt so viele P2P-Fans bedienen wie Kazaa. CNet-Reporter John Borland teilt diese Skepsis. "Die Lektion ist mal wieder, dass wir sehr vorsichtig im Umgang mit solchen Zahlen sein sollten", so Borland.

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40 Prozent weniger P2P-Nutzung in Österreich?

Wenig Vorsicht im Umgang mit Statistiken pflegt man auch in Österreich. Der dortige Musikwirtschafts-Verband IFPI verkündete jetzt vollmundig, im Alpenland gebe es einen "dramatischen Rückgang" von illegalen Musik-Downloads. So würden Jugendliche unter 20 rund 40 Prozent weniger Musik aus Tauschbörsen laden.

Zu dieser Erkenntnis kam die IFPI allerdings nur auf Umwegen. Das österreichische Marktforschungsinstitut Integral hatte kürzlich im Rahmen seiner Internet Monitor-Befragung herausgefunden, dass das Interesse an Musik im Netz insgesamt um zehn Prozent gesunken ist. Da sich die Zahl der Nutzer legaler Angebote im Vergleich zum Vorjahr vervierfacht habe, schließe man auf einen deutlichen Rückgang der P2P-Nutzerzahlen.

Doch wer im Angesicht solcher Verlautbarungen eine boomende Online-Musikwirtschaft in Österreich erwartet, wird schnell enttäuscht. Laut lokaler IFPI verzeichnen die dortigen Download-Shops mittlerweile 200.000 Nutzer. Trotzdem rechnet man für das erste Halbjahr gerade einmal mit 600.000 verkauften Downloads. Das entspricht wenig sensationellen drei Songs pro registriertem Nutzer.

Weitere Informationen

Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir folgende redaktionelle Übersichten erstellt: Filesharing und Apple iTunes.

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