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08.06.2005
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Bittorrent als Bandbreitenverschwender verbannt

1&1 verärgert P2P-Fans (Update: Aufklärung)

Janko Röttgers

1&1 schickt seinen Kunden böse Briefe, wenn sie Bittorrent zum Anbieten von Downloads nutzen. Bittorrent, heißt es dazu von 1&1, werde für Raubkopien genutzt. Und außerdem verschwende es Bandbreite.

Shawn Rider traute seinen Augen nicht, als er kürzlich eine E-Mail von seinem Webhosting-Anbieter bekam. Der US-Ableger des deutschen Webhosters 1&1 bemängelte darin, Rider würde über seine Website Raubkopien vertreiben. Der beanstandete Link führte allerdings zu einem Kurzfilm, den Rider vor rund fünf Jahren gemeinsam mit seiner Frau gedreht hatte.

Film per BitTorrent verbreitet

Rider nutzt BitTorrent für die Verbreitung des beanstandeten Films, um Bandbreitenkosten zu sparen. Er setzt dazu das Blog Torrent-System der P2P-Aktivisten von Downhill Battle ein, das die Last beim Download auf die einzelnen Nutzer verteilt. Eigentlich sollte dies auch im Interesse von 1&1 sein.

Doch der Provider sieht dies offenbar anders. Als sich ein Nutzer jetzt bei 1&1 erkundigte, warum Riders Film denn immer noch offline ist, erklärte die Firma: "Bittorrent verursacht eine Menge Datenverkehr und ist ist zu schwer zu kontrollieren." Wenn man Bittorrent-Nutzung auf seinen Systemen erlauben würde, dann müsse man zudem mit juristischen Problemen rechnen.

Unsinn, meint Shawn Rider. "Bittorrent kann wie das Internet selbst mit einer Autobahn verglichen werden. Man kann die Straße nicht für Sachen verantwortlich machen, die Leute auf den Randstreifen werfen "

Update 08.06.2005 15:55 Uhr: Aufklärung durch 1&1

Die amerikanische Tochtergesellschaft von 1&1 hat zu den Vorwürfen Stellung bezogen und entschuldigt sich für das Missverständnis bei seinen Kunden. In einer Mitteilung heißt es, dass ein 1&1-Mitarbeiter dem Kunden (Shawn Rider) wegen einer falschen Analyse ein falsches Statement abgegeben hat und gleichzeitig die Datei gesperrt hatte.

Natürlich sei die Speicherung von BitTorrent Files auf dem Webspace erlaubt, heißt es nun ausdrücklich von 1&1. Vielmehr sei die Nutzung von Server-Systemen wie BitTorrent in einer Shared-Hosting-Umgebung sowohl abrechnungstechnisch als auch prozessbedingt problematisch, bestätigte der deutsche 1&1-Pressesprecher Michael Frenzel auf netzwelt.de-Anfrage.

Bei der angebotenen Datei von Rider handelte es sich um ein privates Video. Offenbar hatte der Dateiname und die sensible Meinung zum Thema "BitTorrent und Filmpiraterie" den übereifrigen Mitarbeiter aber so verwirrt, dass irrtümlich von einer Copyright-Verletzung die Rede gewesen sei.

1&1 hat aus dem Missverständnis gelernt und will nun seine FAQ auf der Webseite so erweitern, dass Fragen rund um Webhosting und BitTorrent geklärt sind.


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