Apple + Intel: Sie habens getan

Innovative Coding-Technologie

Das Argument, das auf der Keynote für den Umstieg vorgelegt wurde, war schlüssig: IBM entwickele zu langsam, sie haben es weder geschafft, den Pentium in Sachen Taktfrequenz, noch in Sachen Mobilität einzuholen. Der G5 ist weder mobil, noch wirklich schnell. Für Apple das entscheidende Argument, auf die Intel-Architektur umzusteigen. Denn hier gibt es sie in Kürze, die schnellen, stromsparenden Prozessoren der Pentium M-Klasse.

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Der Umstieg soll nach dem Willen, anders als von Branchenkennern vermutet, völlig problemlos vonstatten gehen. Dazu wurde im Rahmen der Keynote eine neue Version des Entwickler-Tools xCode veröffentlicht, dass es enorm vereinfacht, Programmcode in Richtung Intel-Prozessor zu portieren. Eine Technologie namens "Rosetta", angelehnt an den Rosetta Stone, der in Ägypten gefunden wurde und die Übersetzung der Hieroglyphen ermöglichte, soll das möglich machen. Das bedeutet: Jeder Entwickler kann, ohne viel Aufwand, seine alte Software auf den neuen Intel-Macs zum Laufen bewegen. Wer jetzt allerdings glaubt, er könne Mac OS X auf seinem Aldi-PC installieren, hat sich geschnitten: Auch in Zukunft möchte Apple exklusiv bleiben - und verhindert mit geschickten Technologie-Spielchen, dass OS X auf normalen PCs ausgeführt wird.

Der wichtigste Coup allerdings, neben der Geschwindigkeit und der Parallel-Entwicklung ist die Tatsache, dass Apple nun offenbar massiv im Revier von Windows wildern möchte. So erlaubt die neue Intel-Strategie eine wesentlich breitere Software-Unterstützung, da der Portierungsaufwand von der PC-Architektur vergleichsweise gering sein soll. Das bedeutet: Mehr Software für den Mac und vor allem: Mehr Spiele. Was wiederum einen höheren Marktanteil verhieße.

Rechenleistung und dreiste Täuschung

Natürlich möchte Apple sowohl für die PowerPC-, als auch für die Intel-Architektur weiterhin parallel entwickeln. Sich vollständig ins Reich des Bösen zu übergeben wäre auch blanker Wahnsinn, schließlich hatte Intel bis vor nicht all zu langer Zeit Problem, von der Rechenleistung pro Taktfrequenz her mit den PowerPCs mitzuhalten. Doch IBM hat sich offensichtlich zu sehr mit der Entwicklung von Konsolen-CPUs befasst und Apple darüber zurückgestellt. Nun bekommt der ehemals blaue Riese die Quittung dafür.

Das wichtigste an dem Umstieg ist allerdings die Frage, ob es es Apple tatsächlich gelingt, die Intel-Technologie zu etablieren. Denn mit dem Pentium kommt das unangenehm engstirnige Intel-DRM ins Apple-Land. Für viele Macuser ein Grund, sich von ihren Prestigeobjekten abzuwenden. Witzig allerdings ist die dreiste Täuschung: Offensichtlich hat Apple es geschafft, der Konkurrenz nachhaltig weiszumachen, dass PowerPCs die besseren CPUs sind. Mit dem Erfolg, dass Microsoft, Sony und Nintendo für ihre zukünftigen Konsolen nun auf PowerPC-Derivate setzen. Und zu allem Überfluss entzieht Apple den drei Anbietern auf diese Weise die Entwicklungsplattformen für ihre Spielekonsolen. Die nämlich waren bis dato PowerMacs - mit PowerPC G5-Prozessoren.