Eingesetzter Codec nicht bekannt

ratDVD: DVDs P2P-handlich gemacht

Die von Studenten der Universitäten Århus und St. Petersburg entwickelte Freeware ratDVD kann eine DVD in eine wesentlich kleinere Datei komprimieren. Dabei werden auf Wunsch auch alle Menüs und Extras geschrumpft. Aus einem DVD-Film sollen so brauchbare Dateien mit einer Größe von 1 bis 2 GByte entstehen. Andere Programme schaffen es meist "nur" auf etwas mehr als das Doppelte.

ratDVD

Heise Online berichtet, dass es sich bei den so erstellten .ratdvd-Container-Dateien um ein modifiziertes ZIP-Archiv handelt, dass man mit Programmen wie WinRAR entpacken kann. Das Archiv enthält ein AV_TS-Verzeichnis, einen DBG-Ordner und die Datei Version.xml. Im DBG-Verzeichnis finden sich Debug-Informationen über den Transcoding-Prozess, während AV_TS dem Video_TS-Ordner einer DVD ähneln soll. Einziger Unterschied: Man findet in dem Verzeichnis VSI-Daten ("Video Stream Information") und so genannte XVOs. Letztere enthalten die in einen MPEG-Programmstrom eingebetteten Video- und Audiodaten. Um Platz zu sparen transkodiert ratDVD Audiospuren in Dolby Digital 2.0 Virtual Surround. Alternativ kann man die 5.1-Spuren beibehalten. Etwaig vorhandende DTS-Spuren entfernt das Programm.

Unbekannter Codec kein XviD oder H.264

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Trotz der Freude über das tolle Programm, bleibt der fade Beigeschmack, dass man den Codec nicht kennt und keine Standard-DVDs erhält. Die ratDVD-Programmierer schweigen über den eingesetzten Codec, was zu wilden Spekulationen führt. Einige Nutzer glauben, dass es sich um MPEG-1-Dateien mit halber Auflösung handelt. Fest steht lediglich, dass es sich weder um XviD noch um H.264 handelt. Außerdem berichten einige User von Fehlern beim Abspielen der Filme. Hier sollte man auf die Programme Windows Media Player 9, 10 und Zoom Player zurückgreifen, da diese offenbar mit weniger Problemen die Filme abspielen können. ratDVD setzt dabei auf die mitinstallierten DirectShow-Filter "Dr. Evil TRLDRP6" (Audio) und XEBDSP (Video).

Auch wenn ratDVD keine verschlüsselten DVDs komprimieren kann, könnte es Filesharing einen nächsten Schub geben. Durch die kleinen Dateigrößen kann man mit wesentlich weniger Bandbreite schneller einen Film im Internet verteilen als bei DVDs, die mit Hilfe von XviD oder DivX komprimiert wurden. Der größte Vorteil ist aber die Möglichkeit durch einen weiteren Transkodiervorgang die DVD wieder in eine Original-Video-DVD zu wandeln.

ratDVD benötigt Windows XP oder höher, DirectX 9.0 oder höher und eine DVD-Abspielsoftware, am besten Zoom Player.