Die Zeitreise kann beginnen

WinUAE: Den Amiga zum Leben erweckt

"Bitte Diskette einlegen" so oder ähnlich begrüssten Computer der Amiga-Serie fast ein Jahrzehnt lang ihre Anwender. Ursprünglich als Spielekonsole konzipiert, entschloss sich Commodore 1987 im letzten Moment, doch einen Heimcomputer zu bauen. Der Amiga 1000 war geboren. Nostalgiker können ihn und seine Geschwister nun auf dem PC zu neuem Leben erwecken.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Verbannter Liebling
  2. 2Tod durch Innovationsfreude
  3. 3Dümpelnde Ableger

Möglich wird das mit dem Amiga-Emulator WinUAE. Das Stück Software versucht bereits seit Jahren, PCs dazu zu bewegen, Amiga-Software abzuspielen. Nun ist es in der ersten "Vollversion" 1.0 erhältlich. UAE, das stand ursprünglich für "Unusable Amige Emulator" - Die Profilneurose eines besonders witzigen Programmier-Nerds mit Unix-Erfahrung. Inzwischen heißt das Projekt, ganz im Linux-Style "UAE Amiga Emulator", was ungefähr so ist, als würde man die SPD mit "SPD Partei Deutschlands" abkürzen, aber gut: Humor ist, was Ihr draus macht.

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Verbannter Liebling

Wie dem auch sei: Vor zehn Jahren, im August 1995 wurde das Projekt von Bernd Schmidt aus der Taufe gehoben. Zu dieser Zeit lag die Amiga-Technologie gerade in den letzten Atemzügen, Amigas in den Kinder- und Jugendzimmern dieser Welt wurden in Heerscharen gegen moderne PCs getauscht. Die Marktanteile waren zusammengefallen und niemand interessierte sich mehr für den einst besten Heimcomputer aller Zeiten.

WinUAE hat die Versionsnummer 1.0 erreicht, weil die Entwickler offensichtlich der Ansicht sind, dass das Programm endlich die nötige Qualität erreicht hat, um als "vollwertiger" Emulator durchzugehen. Und tatsächlich: Die nötige Rechenleistung vorausgesetzt, emuliert WinUAE sämtliche Amigas, die jemals das Licht der Welt erblickten, angefangen beim 1987er Amiga 1000 bis hin zum letzten Topmodell, dem Amiga 4000, der es seinerzeit durchaus mit gleichstarken PCs aufnehmen konnte.

Tod durch Innovationsfreude

Natürlich sind auch die Freunde des weitverbreiteten Amiga 500 keineswegs ins Hintertreffen gestellt: Der relativ einfache Rechner mit dem heute kaum noch vorstellbaren Prozessortakt von sieben Megahertz war seinerzeit ein Grafik- und Musikwunder. Und das bis weit in die 90er hinein. Gegen Ende gab es für den Amiga sogar CD-ROM-Laufwerke, eine Neuerung, die seinerzeit in der PC-Welt ihres gleichen suchte.